Wirtschaft

Westliche Strafmaßnahmen wirken Gerade kleine Unternehmen spüren Sanktionen

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Die Sanktionen schwächen auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Kleine und mittlere Firmen in Russland, die sich noch nicht von der Pandemie erholt haben, leiden besonders unter den verhängten Sanktionen. Viele klagen über den fallenden Rubel und massive Lieferkettenprobleme. Eine große Mehrheit ist deswegen auf die Hilfe des Staates angewiesen.

Eine deutliche Mehrheit der kleinen und mittleren Unternehmen in Russland spürt die Folgen der vom Westen verhängten Wirtschaftssanktionen. Der Kreml-Beauftragte für Unternehmen, Boris Titow, stellte nun eine Studie vor, wonach gut 84 Prozent der befragten Firmen angeben, in irgendeiner Weise von den Strafmaßnahmen betroffen zu sein. Vor der neuerlichen Runde von Sanktionen wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine waren es noch 26 Prozent.

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An der Umfrage beteiligten sich landesweit rund 6000 Firmen. Vorgenommen wurde die Studie vom Wirtschaftsinstitut Stolypin in zwei Etappen, einmal vom 14. bis zum 18. Februar und damit vor dem Militäreinsatz in der Ukraine, und einmal vom 3. bis zum 7. März. "Größtes Problem" der jüngsten Sanktionen seien neben vielen weiteren Schwierigkeiten die stark gestiegenen Einkaufspreise, sagte Titow laut russischen Medien. Das habe Folgen für die Kosten der Unternehmen und schwäche deren Wettbewerbsfähigkeit.

Die befragten Firmen klagten zudem über den fallenden Rubel sowie massive Lieferkettenprobleme. Laut der Umfrage hat sich zudem mehr als die Hälfte der Firmen noch nicht von den Folgen der Corona-Pandemie erholt. Derzeit benötigten fast 90 Prozent der russischen Firmen Unterstützung seitens des Staates.

Was bewirken die neuen Sanktionen?

Die geplanten neuen westlichen Sanktionen gegen Russland werden auch aus Sicht des Ifo-Instituts weitere negative Auswirkungen für Russland haben. Die EU-Staaten hatten sich erst vergangenen Freitag mit den USA und anderen Verbündeten wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf weitere Strafmaßnahmen verständigt. Dazu gehören neben einem EU-Exportverbot von Luxusgütern und einem Importstopp für Stahl auch neue Handelsbarrieren.

Konkret soll Russland in Sachen Handel der sogenannte Meistbegünstigtenstatus entzogen werden. In einer Erklärung der G7-Staaten ist die Rede von laufenden Vorbereitungen für eine Erklärung einer breiten Koalition von WTO-Mitgliedern. Das komme faktisch einem Ausschluss aus der Welthandelsorganisation (WTO) sehr nahe, sagte die Leiterin des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft, Lisandra Flach.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

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