Wirtschaft

Auswirkung der EZB-Politik Immer mehr Banken kassieren Strafzinsen

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Bei fast zwei Drittel aller Geldinstitute betrug der jährliche Negativzins 0,4 Prozent.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wer sein Geld anlegt, um zu sparen, der musste dafür lange nichts zahlen. Ganz im Gegenteil: Banken und Sparkassen zahlten ihren Kunden Zinsen. Doch wegen der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sind diese Zeiten längst vorbei.

Immer mehr Banken und Sparkassen in Deutschland verlangen für das Verwahren von größeren Geldbeträgen von ihren Kunden Strafzinsen, anstatt selber Zinsen zu zahlen. Das ergibt eine Umfrage des Internet-Vergleichsportals biallo.de, die die "Süddeutsche Zeitung" in Auftrag gegeben hat. Demnach hat die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) konkrete Auswirkungen auf private Anleger.

Besonders Geschäftskunden, aber auch vermögende Privatkunden würden ab einer Summe von 100.000 Euro von etlichen Instituten zur Kasse gebeten. In der Umfrage wurden mehr als 1200 Geldinstitute befragt. Von den 160, die an der Befragung teilnahmen, gaben 107 an, sie würden Negativzinsen berechnen. Fast alle verlangten diese Strafzinsen von Firmenkunden, während 30 Institute die Strafzinsen auch von Privatkunden eintreiben.

Bei fast zwei Drittel aller Geldinstitute betrug der jährliche Negativzins 0,4 Prozent. Das entspricht exakt dem sogenannten Einlagensatz, den Banken zahlen müssen, wenn sie bei der EZB überschüssiges Geld parken. Sollte die EZB in Zukunft ihren Einlagenzins weiter senken, kündigten laut der Umfrage mehrere Banken an, Negativzinsen einzuführen.

Der Gründer und Chef des Vergleichsportals, Horst Biallo, geht aber nicht davon aus, dass Banken und Sparkassen von Privatkunden mit kleineren Vermögen Strafzinsen verlangen werden. "Das würde dem Image zu sehr schaden, weil man damit Kunden verprellt", zitiert das Blatt Biallo. Er gehe vielmehr davon aus, dass Geldinstitute stattdessen weiter die Gebühren für Girokonten erhöhen werden.

Quelle: n-tv.de, jki

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