Wirtschaft

Erneut Minuszeichen beim BIP Italien rutscht in die Rezession

imago87045142h.jpg

Blick auf den Hafen von Neapel.

imago/Joko

In zwei Quartalen in Folge sinkt das italienische Bruttoinlandsprodukt. Damit sind die Bedingungen einer sogenannten technischen Rezession gegeben. Ministerpräsident Conte macht dafür vor allem externe Faktoren verantwortlich.

Italiens Wirtschaft ist vor der Jahreswende erneut geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verringerte sich zwischen Oktober und Dezember zum Vorquartal um 0,2 Prozent, wie das nationale Statistikamt Istat mitteilte. Experten hatten lediglich mit einem Minus von 0,1 Prozent gerechnet.

Weil das BIP bereits im Sommer leicht geschrumpft war, sprechen Volkswirte von einer technischen Rezession - also zwei Quartalen in Folge mit sinkender Wirtschaftsleistung.

Italiens Wirtschaft leidet unter chronischer Wachstumsschwäche und hinkt der Konjunktur in der Eurozone seit Langem hinterher. Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte die Märkte bereits am Mittwoch auf eine technische Rezession vorbereitet. Er macht dafür hauptsächlich externe Faktoren wie den Abschwung in Deutschland und China verantwortlich, der Italiens Exporten geschadet habe.

Doch in Italien ist auch die Verschuldung ein Problem: Das Land mit der drittgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone ächzt unter einem Schuldenberg in Höhe von mehr als 131 Prozent der Wirtschaftsleistung - dem höchsten in der Eurozone nach Griechenland. Die seit Mitte vorigen Jahres amtierende populistische Regierung in Rom will das Wachstum unter anderem mit Steuersenkungen und höheren Sozialausgaben ankurbeln und nimmt dafür höhere Schulden in Kauf.

Schlechteres Geschäftsklima

Zu Beginn dieses Jahres hatte sich die Stimmung der italienischen Unternehmen so stark eingetrübt wie seit rund zweieinhalb Jahren nicht mehr. Das Barometer für das Geschäftsklima der gesamten Wirtschaft im Januar sank um 0,5 auf 99,2 Punkte. Allein die Stimmung der Industrie fiel mit 102,1 Zählern auf den niedrigsten Wert seit September 2016. Experten hatten hier nur einen Rückgang auf 103,0 Punkte erwartet.

Dagegen hellte sich die Laune der Konsumenten überraschend auf. Das Barometer für das Konsumklima stieg um 0,8 auf 114 Punkte. Ökonomen hingegen hatten mit einem Rückgang auf 112,6 Zähler gerechnet.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

Mehr zum Thema