Wirtschaft

Politiker ätzt über Baerbock Joe Kaeser disst Oskar Lafontaine 

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Keaser war bis Februar 2021 Vorstandschef von Siemens.

(Foto: picture alliance/dpa)

Für Oskar Lafontaine ist klar: Annalena Bearbock hat nicht das Zeug zur Kanzlerin. Die gescheiterte SPD-Kanzlerhoffnung begründet das mit einem Blick in Großkonzerne - und fängt sich eine Breitseite von Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser ein.

Das nennt man wohl Unterstützung von unerwarteter Seite: Oskar Lafontaine feuert gegen Annalena Baerbock - und kassiert wenig subtile Kritik von Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser. Lafontaine hatte der Kanzlerkandidatin der Grünen auf Facebook die Fähigkeit abgesprochen, Regierungschefin zu sein, weil ihr die Erfahrung fehle. "Es wäre in der Wirtschaft undenkbar, dass jemand Chef von sagen wir VW, Daimler oder BASF wird, der noch nie in einem kleinen Betrieb Geschäftsführer war, oder in einem mittleren Unternehmen Abteilungsleiter oder Vorstandsmitglied", so der ehemalige Vorsitzende der SPD und der Linkspartei.

"Die Grünen und viele ihre Anhänger im Journalismus sind mit Annalena Baerbock offensichtlich der Meinung, wenn man Mitarbeiterin einer grünen Fraktion war und zwei Kinder großzieht, sei man hinreichend qualifiziert, Bundeskanzlerin der größten Wirtschaftsnation Europas zu sein."

Eine Journalistin der Funke Mediengruppe teilte den Post auf Twitter: "Au weia. Oskar Lafontaine bestätigt gerade alle Klischees vom alten weißen Mann..." Kaeser reagierte auf den Tweet und teilte in Richtung Lafontaine aus. "Ein anderer alter weißer Mann sagt, er war nie in einem kleinen Betrieb Geschäftsführer oder Abteilungsleiter in einem mittleren Unternehmen", twitterte der ehemalige Siemens-Chef. "Wurde trotzdem (halbwegs brauchbarer) CEO. Da er erkannte, dass nur ein Neuanfang mit gutem Team dem GroßUnternehmen helfen konnte."

Ob er sich selbst damit meinte? "Nun, ich bin 63 Jahre alt, männlich und weiß", so Kaeser auf Englisch in einem anderen Tweet. "Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr qualifiziere ich mich dafür." Er habe keine Erfahrung als Vorstandschef gehabt, als er die Führung von Siemens übernommen habe - "nur ein großartiges Team und den Willen, mein Bestes zu geben, um Siemens für die nächste Generation neu aufzustellen." Kaeser war zunächst Finanzvorstand, bevor er 2013 an die Konzernspitze wechselte.

Die heute 40-jährige Baerbock wurde 2009 Landesvorsitzende der Grünen in Brandenburg. 2013 zog sie in den Bundestag ein. Seit 2018 ist sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende der Grünen. Lafontaine war 1990 Kanzlerkandidat der SPD und verlor die Wahl gegen Helmut Kohl. Ende der 90er Jahre war er unter Gerhard Schröder wenige Monate Finanzminister. 2005 verließ er die SPD und trat in die Linkspartei ein.

Quelle: ntv.de, jga

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