Wirtschaft

"Kurioser Börsengang" K-Pop-Aktie bricht ein

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Überaus erfolgreich: BTS.

(Foto: REUTERS)

An der Börse in Seoul löst sich ein Großteil der Gewinne des Plattenlabels der Boyband BTS in Luft auf. Und es drohen weitere Probleme - denn in Südkorea gibt es die Wehrpflicht.

Nach dem spektakulären Börsendebüt des Labels der südkoreanischen K-Pop-Gruppe BTS ging es für den Aktienkurs von Big Hit Entertainment heute steil bergab. Die Papiere rauschten in Seoul rund 22 Prozent in die Tiefe - lagen damit aber immerhin noch knapp 50 Prozent über dem Ausgabepreis von gestern.

Beim Sprung an die Börse war der Kurs zunächst fulminant gestiegen. Der erste Kurs von Big Hit Entertainment lag mit umgerechnet 200 Euro doppelt so hoch wie der Ausgabepreis. Die Aktie legte danach um weitere bis zu 30 Prozent zu, bevor es wieder abwärts ging. Die Aktien schlossen aber noch 90 Prozent im Plus. "Das ist schon ein kurioser Börsengang mit furiosen Kursen", sagte ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. Ob die Aktie etwas für Anleger sei, hänge davon ab, ob die Band in ein paar Jahren überhaupt noch populär sei.

Das Schicksal von Big Hit ist derzeit an den Erfolg der siebenköpfigen Boyband gekoppelt, die weltweit eine riesige und loyale Fan-Basis hat. Im ersten Halbjahr erwirtschaftete das Label 88 Prozent seines Umsatzes mit BTS. Und es droht Ungemach: Das älteste Bandmitglied muss sich bis Ende nächsten Jahres zum zweijährigen Wehrdienst melden.

Band-Mitglieder werden Millionäre

Einige südkoreanische Politiker fordern deshalb, die BTS-Mitglieder von der Wehrpflicht zu befreien. Mit ihrem Erfolg täten sie viel für ihr Land. Die sieben Bandmitglieder wurden mit dem Börsengang derweil zu Multimillionären: Sie erhielten Aktien, die zum Ausgabepreis umgerechnet fast 14 Millionen Euro wert waren.

Dank ihrer loyalen Fans haben die Corona-Beschränkungen BTS vergleichsweise wenig getroffen. Mit erfolgreichen Online-Konzerten und Merchandising-Verkäufen machte die Band die Umsatzausfälle durch den Wegfall von Live-Konzerten weitgehend wett.

Quelle: ntv.de, jga/rts