Wirtschaft

Siemens-Ex-Chef im Interview Kaeser gesteht seine größte Umweltsünde

Der ehemalige Siemens-Chef Joe Kaeser bereut den Kauf der US-Firma Dresser-Rand. Die milliardenschwere Übernahme sei sowohl ökologisch als auch ökonomisch ein Fehler gewesen, sagte er ntv. Den Zulieferer für die Fracking-Industrie hatte Siemens kurz vor dem Ölpreisverfall gekauft.

Joe Kaeser hält die Übernahme des Öl- und Gasindustrie-Zulieferers Dresser-Rand für die größte Umweltsünde in seiner Zeit als Siemens-Chef. Das sagte er im Gespräch mit ntv und ergänzte: "Das war auch ein ökonomischer Fehler." Siemens hatte den US-amerikanischen Kompressoren-Hersteller 2014 für 7,6 Milliarden Dollar gekauft, als Fracking in den USA einen Boom erlebte. Doch der flaute dann wieder ab. Der Ölpreisverfall machte Dresser-Rand zum teuren Fehlkauf.

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Siemens wurde damals vorgeworfen, damit vor allem am Fracking-Boom in den USA mitverdienen zu wollen. Das wies Kaeser zurück. "Unser Kalkül war damals, dass wir Dresser-Rand nutzen, um einen Zugang zur Prozess-Automatisierung [in der Öl- und Gas-Industrie] zu bekommen - und nicht zu Fracking", sagte Kaeser. "Das ist nicht aufgegangen, und das war nicht gut."

Fracking wird aus Umweltschutzgründen kritisiert. Dabei wird das in tiefliegenden Gesteinsschichten lagernde Öl oder Gas unter hohem Druck mithilfe von Chemikalien gelöst. Dresser-Rand gehört mittlerweile zu Siemens Energy, die im vergangenen Jahr vom Konzern abgespalten und an die Börse gebracht wurde.

Quelle: ntv.de, jga

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