Wirtschaft

Clevere Sparpläne Mit kleinen Beträgen aus der Corona-Krise

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(Foto: imago images/McPHOTO)

Auch wenn die Corona-Pandemie Wirtschaft und Börse kräftig durcheinander wirbelt, sollten Anleger bei der Geldanlage einen kühlen Kopf bewahren. Mit den richtigen Sparplänen gelingt dies einfach und preiswert.

Der Ball rollt in der Fußball-Bundesliga wieder, und auch anderswo wird versucht, in die Normalität zurückzukehren. Das gilt auch für die Börse, wo die Auswirkungen des Lockdowns aber noch immer für große Unsicherheit sorgen. Doch Sparen mit so genannten ETFs bietet auch in der Krise Vorteile. Diese drei Buchstaben klingen kompliziert, sind es aber nicht.

Hinter dem sperrigen Begriff ETF verbergen sich sogenannte Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Indexfonds. Ein ETF bildet in der Regel einen Index nach, also ein Bündel an Wertpapieren, die ganz unterschiedlich sein können, etwa Aktien, Anleihen oder Rohstoffe. Ein ETF auf den Dax zum Beispiel bildet die Wertentwicklung des deutschen Leitindexes ab, der die 30 größten deutschen Aktien umfasst. Der ETF vollzieht die Kursbewegungen stur nach oben und unten 1:1 nach. Das hat den Vorteil, dass Anleger an Kurssteigerungen am Aktienmarkt vollumfänglich partizipieren, der Nachteil ist aber, dass dies auch für fallende Kurse gilt.

Damit ist auch klar: ETFs sind ein Produkt, mit Anleger wieder von der Normalität an den Aktienmärkten profitieren und das sind langfristig steigende Aktiennotierungen. Je länger der Anlagehorizont, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich mit Aktien positive Renditen erzielen lassen. Über einen längeren Zeitraum von etwa zehn Jahren können die meisten Korrekturphasen an den Aktienmärkten ausgesessen werden. So dauerte die Finanzkrise 2008 etwa 1,5 Jahre. Hinzu kommt: Die Kosten für einen ETF sind in der Regel deutlich geringer als bei aktiven Fonds, da kein Fondsmanager bezahlt werden muss. Außerdem schneiden sie häufig besser ab als die aktiven Fonds.

Mit ETFs lässt sich zudem das Risiko breit streuen und das Einzelaktienrisiko, nämlich dass die Aktie eines Unternehmens fällt, ausschalten. Denn in einem Index, auf den sich ein ETF bezieht, sind zahlreiche Titel enthalten. Da ganz unterschiedliche Indizes existieren, gibt es auch zahlreiche ETFs. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, die ganz einfach über die gängigen Internetportale gefunden werden können.

Wer breit gestreut weltweit investieren möchte, kann einen ETF auf dem MSCI World kaufen, der in Aktien der größten Unternehmen aus Industrieländern investiert. US-Unternehmen sind ein Schwerpunkt im Index. Drei vergleichbare ETFs sind die Produkte mit der WKN A2H59Q (Amundi), LYX0AG (Lyxor) oder A0RPWH (iShares). Wer lieber auf die heimische Wirtschaft setzen will, wird bei Dax-ETFs fündig: DBX1DA (Xtrackers) oder etwa ETF001 (Comstage).

Eine Auswahl für ein robustes Depot

Die trendstarken und beliebten US-Technologietitel lassen sich mit einem Nasdaq 100-ETF abdecken, etwa die WKN 801498 (Invesco) oder A0YEDL (iShares). Als Beimischung für einen ausgewogenen Mix bietet sich dann noch ein Anleihen-ETF an: Das Produkt mit der WKN LYX0XH (Lyxor) bezieht sich auf kurzfristige Euro-Staatsanleihen und die A143JN (Vanguard) auf kurzlaufende US-Staatsanleihen. Mit dieser ETF-Auswahl lässt sich ein ausgewogenes Depot einrichten, das auch für die Rückkehr zur Normalität gut gerüstet ist.

Sich für die Rückkehr zur Normalität zu rüsten, heißt aber auch, dass Kursrückgänge grundsätzlich für Käufe am Aktienmarkt genutzt werden sollten, um langfristig attraktive Renditen zu erzielen. Dieser Schritt erfordert oft Mut, doch das Auf-und-Ab an den Märkten gehört zum Börsenleben dazu. Um die Emotionen besser im Griff zu haben, ist eine automatische Geldanlage am Aktienmarkt attraktiv, weil sie tendenziell langfristig positive Renditen abwirft.

Dieser Weg zur Normalität kann mit ETFs auf verschiedene Weise gelingen. Anleger können sie direkt wie eine Aktie über die Börse kaufen oder über einen Sparplan erwerben. Mit ETF-Sparplänen können sich Anleger bei geringen monatlichen Beträgen an den Aktienmärkten beteiligen. Das Minimum beträgt meist 25 Euro, mit dem Anteile an einem Index gekauft werden. Fallende Kurse können dann sogar von Vorteil sein: Je niedriger der Index notiert, desto mehr Anteile bekommen Anleger für den regelmäßig eingesetzten Betrag von zum Beispiel 25 Euro. Sie kaufen dann günstig ein.

Problematisch sind negative Börsenphasen aber dann, wenn Anleger das Geld brauchen und zu niedrigen Kursen verkaufen müssen. Daher ist eine Planung hilfreich: Wenn eine größere Anschaffung in ein oder zwei Jahren ansteht, kann der Umfang der Sparpläne langsam reduziert werden oder Zahlungen können ganz ausgesetzt werden. Aber anschließend nicht vergessen, wiederzukommen und die Vorteile der Sparpläne zu nutzen.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten wie ETFs dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Benjamin Feingold betreibt das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter info@feingold-research.com an

Quelle: ntv.de