Wirtschaft

Noch in diesem Jahr ans Netz Österreich will Gasspeicher bei Salzburg anzapfen

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Der Speicher Haidach ist ein Gemeinschaftsprojekt der österreichischen RAG mit Gazprom und dem deutschen Gashandelsunternehmen Wingas.

(Foto: picture alliance / BARBARA GINDL / APA / picturedesk.com)

Ähnlich wie Deutschland ist auch Österreich in hohem Maße abhängig von russischen Energieimporten. Noch in diesem Jahr plant die Regierung in Wien deswegen den Gasspeicher Haidach bei Salzburg ans Netz zu schließen. Das hat auch unmittelbare Konsequenzen für Bayern.

Österreichs Regierung will einen ans deutsche Netz angeschlossenen Gasspeicher noch in diesem Jahr anzapfen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Montagsausgabe berichtet, geht es um den Gasspeicher in Haidach bei Salzburg, der bislang vor allem Bayerns Haushalte und Industrieunternehmen mit Gas versorgte.

"Wir haben beschlossen, dass alle Gasspeicher auf österreichischem Staatsgebiet an unser Netz angeschlossen werden müssen", zitierte die Zeitung die österreichische Klimaschutz- und Energieministerin Leonore Gewessler. Sie erwarte, dass "ein erster Anschluss" an das österreichische Gasnetz "noch in diesem Jahr" erfolgen werde, sagte Gewessler der SZ. Die Gasspeicher in Österreich seien derzeit zu 50 Prozent gefüllt.

Österreich ist in hohem Maße abhängig von russischen Energieimporten und steht deshalb wie Deutschland angesichts ausbleibender Gaslieferungen stark unter Druck. Mit Blick auf die gedrosselten russischen Gaslieferungen hatte Österreich bereits im Juni beschlossen, ein abgeschaltetes Kohlekraftwerk zu reaktivieren. Auch Importe über Terminals zur Anlandung von Flüssiggas an den deutschen Küsten werden erwogen.

2,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas

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Der Speicher Haidach ist ein Gemeinschaftsprojekt der österreichischen RAG mit Gazprom und dem deutschen Gashandelsunternehmen Wingas. Er kann rund 2,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas gespeichert werden, was ihn zum zweitgrößten Speicher Mitteleuropas macht. Seit 1. Juli ist es laut Gewessler per Gesetz verboten, gebuchte Speicherkapazitäten im Land nicht zu nutzen.

"Wenn Kunden nicht einspeichern, muss die Kapazität weitergegeben werden. Das ist kritische Infrastruktur, die braucht man gerade jetzt in so einer Krise", sagte die Grünen-Politikerin. Mit Deutschland soll zudem ein bilaterales Abkommen geschlossen werden, um den Auftrag der EU-Kommission für ein gemeinsames Befüllen des Speichers zu erfüllen.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

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