Politik

"Kohle und Atomkraft ans Netz" Söder fordert von Habeck Stresstest für Gasversorgung

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Ministerpräsident Söder macht Druck auf Bundeswirtschaftsminister Habeck.

(Foto: picture alliance / SVEN SIMON)

Bayerns Ministerpräsident Söder fordert von Bundeswirtschaftsminister Habeck, die deutsche Gasversorgung einem Stresstest zu unterziehen. Er sorge sich um die Versorgungssicherheit im Falle von Gasknappheit. Söder plädiert für die Inbetriebnahme von Kohlekraftwerken und eine längere Laufzeit für Atommeiler.

Bayern fordert vom Bund einen Stresstest für die heimische Gasversorgung. "Es wird befürchtet, dass im Falle einer Gasmangellage möglicherweise der Gasdruck nicht ausreichen könnte, um die in Bayern zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit notwendigen Gaskraftwerke ausreichend zu versorgen", heißt es in einem Brief von Ministerpräsident Markus Söder an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck.

Darüber hinaus bestehe die Befürchtung, dass in diesem Fall auch die Leitungskapazitäten nicht ausreichend seien, um Bayern mit dem erforderlichen Strom aus Kohlekraftwerken im Westen und Osten zu versorgen. "Es ist in diesem Kontext irritierend, dass dieser für Mai 2022 zugesagte Stresstest trotz der sich verschärfenden Lage noch immer nicht vorgelegt wurde."

Söder bezieht sich in dem am Dienstag versandten Schreiben auf Berechnungen der Bundesnetzagentur, wonach eine Gasmangellage auch dann eintreten werde, wenn die russischen Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 auf dem aktuell gedrosselten Niveau von 40 Prozent bestehen blieben. Neben dem Stresstest forderte Söder erneut die Befüllung aller für Bayern relevanten Gasspeicher. Für den Speicher im österreichischen Haidach müsse daher "schnellstens" das notwendige Abkommen mit Österreich zum Abschluss gebracht werden.

Um für den Herbst und Winter mehr Gasvorräte zu speichern, müssten die Kohlekraftwerke in Deutschland schnellstmöglich in der Netzreserve wieder ans Netz gehen, schreibt Söder laut "Süddeutscher Zeitung" weiter. Zwar wolle der Bundesrat dafür am 8. Juli die notwendige gesetzliche Grundlage schaffen, "jedoch kommt dieser Schritt aus Sicht der Staatsregierung leider zu spät".

In seinem Schreiben forderte Söder als Konsequenz daraus erneut den Weiterbetrieb der deutschen Atommeiler. Auf diese Weise könne die Verstromung von Gas reduziert, die Versorgungssicherheit erhöht und die Stabilität im Stromversorgungssystem verbessert werden. Die Staatsregierung sehe keine "stichhaltigen Argumente", so Söder, die gegen eine Verlängerung der Atomlaufzeiten sprechen.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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