Wirtschaft

"Soziopathischer Opa" Peter Thiel beleidigt Warren Buffett

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Thiel soll 2018 selbst über die Venture-Firma Founders Fund Bitcoin im Wert von Hunderten Millionen Dollar angehäuft haben.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Der Paypal-Gründer Peter Thiel teilt auf der diesjährigen Bitcoin-Konferenz ordentlich gegen die etablierte Finanz-Elite aus - und schreckt dabei nicht vor der Investoren-Legende Warren Buffett zurück. In seiner Tirade in Miami knöpft er sich auch J.P.Morgan und Blackrock vor.

Der deutschstämmige Milliardär und Unternehmer Peter Thiel hat in einer Rede auf der diesjährigen Bitcoin-Konferenz in Miami berühmten Finanztitanen die Schuld daran gegeben, dass die Digitalwährung bislang noch nicht den Gegenwert von 100.000 Dollar erreicht hat. Der berühmte Investor Warren Buffett und die Vorstandsvorsitzenden der amerikanischen Bank J.P. Morgan und des größten Vermögensverwalters Blackrock, Jamie Dimon und Larry Fink, bezeichnete er als Mitglieder einer "Finanzgerontokratie", die sich einer "revolutionären Jugendbewegung" entgegenstellt. Alle drei stünden dem Bitcoin oder digitalen Währungen generell skeptisch gegenüber. Inwiefern das ausreicht, den Bitcoin-Kurs zu deckeln, sagte Thiel nicht.

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"Feind Nummer eins", sagte Thiel laut dem TV-Sender CNBC zu einer buhenden Menge, ist "der soziopathische Opa aus Omaha". Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway hat seinen Sitz in Omaha. Thiel, der 2018 selbst über die Venture-Firma Founders Fund Bitcoin im Wert von Hunderten Millionen Dollar angehäuft haben soll, verschonte auch Jamie Dimon und Larry Fink nicht.

Thiel präsentierte während seiner Rede große Grafiken mit Bildern der beiden Finanzchefs und ihren pessimistischen Kommentaren über Bitcoin. Die Bilder enthielten alle das Wort "Gerontokratie" - also die Herrschaft des Rates der Alten. Über Dimon sagte Thiel laut CNBC, seine Ansichten seien Teil des "New York City Banker Bias". Thiel hielt außerdem ein Foto von Buffett mit den Worten "Rattengift" hoch und bezog sich damit auf die Zeit, in der der Berkshire-Geschäftsführer Bitcoin mit dieser Formulierung abtat. Ein weiteres Zitat von Buffett lautete: "Ich besitze keine und werde auch nie welche besitzen."

Die Tirade von Miami ist Thiels jüngster öffentlicher Angriff auf die Menschen, die seiner Meinung nach dem Fortschritt von Bitcoin im Weg stehen. "Das ist es, was wir bekämpfen müssen, damit Bitcoin von hier aus 10 oder 100 Mal steigen kann", zitiert CNBC Thiel. Er fügte hinzu, dass diese Investoren Blockchain, die Technologie, die der Kryptowährung zugrunde liegt, gut finden, aber das Bedürfnis haben, Bitcoin und seine Legitimität zu Fall zu bringen. "Wenn sie sich entscheiden, nicht in Bitcoin zu investieren, ist das eine zutiefst politische Entscheidung", sagte Thiel.

Vertreter von Berkshire Hathaway haben bislang nicht auf die Äußerungen von Thiel reagiert und ein Sprecher von JPMorgan lehnte eine Stellungnahme ab. Bei Blackrock verwies ein Sprecher gegenüber CNBC auf Kommentare, die Fink im letzten Monat in seinem Brief an die Aktionäre gemacht hatte. Er schrieb, dass Russlands Einmarsch in der Ukraine die Einführung digitaler Währungen beschleunigen könnte, und sagte, dass "ein globales digitales Zahlungssystem, das sorgfältig konzipiert ist, die Abwicklung internationaler Transaktionen verbessern und gleichzeitig das Risiko von Geldwäsche und Korruption verringern kann".

Quelle: ntv.de, jki

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