Wirtschaft

Konjunktursorgen bremsen Anleger Rekordserie an der Wall Street gestoppt

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Für Verunsicherung an der Wall Street sorgte auch der verschärfte Zugriff der chinesischen Behörden auf die milliardenschwere Technologiebranche des Landes.

(Foto: AP)

Nach neuerlichen Rekorden am Vortag geben die Indizes an der Wall Street deutlicher nach. Dazu tragen unter anderem die enttäuschenden Daten zum Einzelhandel im Juli bei.

Schwache Einzelhandelsdaten und Sorgen um eine weitere konjunkturelle Erholung der Vereinigten Staaten haben die US-Börsen von ihrem Rekordkurs abgebracht. Die US-Einzelhändler verloren im Juli überraschend viel Umsatz, die Baumarktkette Home Depot verfehlte zudem mit ihren Quartalsergebnissen erstmals seit zwei Jahren die Erwartungen und schickte damit ihre Aktien auf Talfahrt. Auch Tech-Schwergewichte wie etwa Apple, die Google-Mutter Alphabet oder Amazon verloren an Boden - hier spielte auch ein verstärkter Zugriff Chinas auf die Technologiebranche des Landes und mögliche Auswirkungen über die Volksrepublik hinaus eine Rolle.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,8 Prozent und schloss bei 35.343 Punkten, der S&P-500 büßte 0,7 Prozent ein (4.448 Punkte) und der Nasdaq-Composite 0,9 Prozent und 14.656 Punkten.

Die US-Verbraucher hatten vor allem für Fahrzeuge, Bekleidung und Sportartikel weniger Geld ausgegeben. Aktien von Home Depot verloren 4,5 Prozent, auch der Konkurrent Lowe's gab deutlich nach. Der pandemiegetriebene Heimwerkerboom nähert sich offenbar seinem Ende.

Viele Anleger richten zudem ihre Aufmerksamkeit auf die Protokolle der jüngsten US-Notenbanksitzung, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Der Präsident der Fed von Boston, Eric Rosengren, hatte zuletzt angemerkt, dass die Fed anfangen könnte, ihr Anleiheprogramm zurückzufahren, wenn die Arbeitsmarktdaten noch einen weiteren Monat stark ausfallen.

Für Verunsicherung sorgte auch der verschärfte Zugriff der chinesischen Behörden auf die milliardenschwere Technologiebranche des Landes. Die staatliche Behörde für Marktregulierung veröffentlichte einen umfangreichen Verordnungsentwurf für den Internetsektor in der Volksrepublik und zieht damit die Daumenschrauben weiter an. Die Regulierungsbehörde erklärte unter anderem, dass Unternehmen keine Daten oder Algorithmen verwenden dürfen, um den Datenverkehr zu lenken oder die Entscheidungen der Nutzer zu beeinflussen. Börsianer befürchteten negative Auswirkungen auf E-Commerce-Marktplätze und Videoportale.

Der Vorstoß setzte zunächst die in Hongkong notierten Internetaktien unter Druck, aber auch in den USA gelistete Tech-Firmen gaben deutlich nach. Die Titel des chinesischen Musikstreaming-Anbieters Tencent Music verloren rund 12,3 Prozent. Auch US-Firmen wie Microsoft notierten tiefer. In Europa blieben die Anleger aus Furcht vor einem Dämpfer für die wirtschaftliche Erholung derweil auf der Hut. Investoren rechneten mit einem Abflauen der weltweiten Wachstumsdynamik, weil sich die Delta-Variante des Coronavirus vor allem in Asien immer weiter ausbreitet und dort die Impfquoten niedriger sind. Der Dax ging am Dienstag mit 15.922 Punkten kaum verändert aus dem Handel, der EuroStoxx50 notierte zuletzt 0,1 Prozent im Minus bei 4196 Punkten.

Quelle: ntv.de

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