Wirtschaft

Fördermenge wird wohl begrenzt Russland und Saudi-Arabien beenden Ölstreit

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In den vergangenen Tagen hat sich der Ölpreis bereits leicht erholt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Insidern zufolge gibt es eine Einigung zwischen Riad und Moskau bezüglich einer Fördermengenbegrenzung. Im Zuge der Corona-Krise war die Nachfrage nach Öl eingebrochen, der Ölpreis abgestürzt.

Saudi-Arabien und Russland haben sich offenbar auf eine Verringerung der Ölförderung geeinigt. Saudi-Arabien werde im April täglich 4 Millionen Barrel weniger fördern, Russland 2 Millionen Barrel, berichten mehrere Informanten der Nachrichtenagentur Dow Jones. Insgesamt werde die Reduzierung um 10 Millionen Barrel angestrebt. Der Irak und andere wichtige Förderländer müssten der Kürzung noch zustimmen. Gleichzeitig arbeiteten die Saudis und andere Länder daran, die Förderung noch weiter zu verringern und dabei auf 20 Millionen Barrel zu kommen, hieß es weiter.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 43,17

Die russische Regierung hatte im Vorfeld des Treffens bereits ihre Bereitschaft zur Reduzierung der täglichen Fördermenge signalisiert, was die Erholung des Ölpreises zuletzt stützte. Ein Treffen der Energie-Minister der G20-Gruppe unter Vorsitz von Saudi-Arabien könnte am Freitag folgen. Der Nachfrageausfall infolge der Corona-Epidemie hält derweil an. Marktbeobachter sprachen in einigen Weltregionen von einem Rückgang um 70 Prozent.

In den USA werden zur Zeit laut Angaben der Regierung nur noch 14,4 Millionen Barrel am Tag nachgefragt, das wäre das niedrigste Niveau seit 1990. Der starke Einbruch der Nachfrage aufgrund der Beschränkungen in zahlreichen Ländern zeige sich laut Aussage von Händlern auch in der Gesamtschau: Normalerweise verbrauche die Welt ungefähr 100 Millionen Barrel Öl am Tag, einige Händler sprachen zuletzt jedoch nur noch von 65 Millionen Barrel täglich.

Die Ölpreise hatten ihre Erholung aus Hoffnung auf eine Einigung trotz der anhaltenden Nachfrageschwäche fortgesetzt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni 33,14 US-Dollar und damit 30 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI mit Lieferung im Mai stieg um 72 Cent auf 25,81 Dollar.

Quelle: ntv.de, bdk/DJ/dpa