Wirtschaft

Dow Jones schließt im Minus Schlechtes Bankengeschäft verdirbt Anlegern die Laune

aabe02eb9ddefb32a71d545feb0ad235.jpg

Kein Grund zu Freudensprüngen: Die Bilanzen der US-Banken.

(Foto: AP)

Artikel anhören
Diese Audioversion wurde mit Sprachproben unserer Moderatoren künstlich generiert.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Angebot.

Neben dem lahmenden Wirtschaftswachstum Chinas bereiten die Quartalsergebnisse großer US-Banken den Börsianern Sorgen. Eine besonders schlechte Figur macht dabei Goldman Sachs. Entsprechend begibt sich der Kurs des Geldinstituts auf Talfahrt. Großer Gewinner ist derweil Tesla.

Enttäuschende Quartalsergebnisse großer US-Banken und Konjunkturdaten aus China haben den Anlegern an der Wall Street die Laune verdorben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte 1,14 Prozent tiefer bei 33.911,22 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sank um 0,2 Prozent auf 3990,95 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,14 Prozent auf 11.095,11 Stellen vor.

"Die Quartalsergebnisse von Goldman Sachs waren noch miserabler als allgemein erwartet", sagte Analyst Octavio Marenzi vom Vermögensberater Opimas. "Die von Morgan Stanley entsprachen dagegen weitgehend den Prognosen." Auch die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China und Gewinnmitnahmen nach einer Jahresanfangsrally trugen laut Ökonom Peter Cardillo vom Vermögensberater Spartan Capital Securites zur gedrückten Stimmung bei.

Morgan Stanley
Morgan Stanley 97,63

Die mittlerweile extreme Inversion der Renditekurve von Drei-Monats- und Zwei-Jahres-Staatsanleihen - ein Marktindikator für eine sich abzeichnende Rezession - deutete mittlerweile laut Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets darauf hin, dass der Markt damit rechnet, dass auf die Zinserhöhungen der Fed und anderer Notenbanken bald Zinssenkungen folgen.

"Die Anleger erwarten eine schnelle Abkühlung der Inflation und möglicherweise eine Rezession. Was die Wirtschaft angeht, bleibt die Stimmung also pessimistisch." Nun müsse die weitere Berichtssaison zeigen, wie die Unternehmen die Zukunft sehen. Am Donnerstag wird etwa der Finanzbericht von Netflix als ein erster Stimmungstest für die Technologiebranche erwartet.

Papiere chinesischer Konzerne verlieren

Die Prognose des Ölverbunds Opec+, dass sich die Nachfrage aus China dieses Jahr nach einem anfänglichen Rückgang wieder erholen sollte, trieb die Ölpreise an. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um gut ein Prozent auf 86,77 Dollar pro Barrel (159 Liter). Die leichte US-Sorte WTI stieg um 1,6 Prozent auf 81,14 Dollar.

Goldman Sachs
Goldman Sachs 332,00

Die Aktien von Goldman Sachs büßten 6,45 Prozent auf 349,86 Dollar ein. Diejenigen von Morgan Stanley stiegen dagegen um 5,84 Prozent auf 97,01 Dollar - das höchste Kursniveau seit knapp einem Jahr. Gleichzeitig belastete das enttäuschende Bruttoinlandsprodukt in China die Kurse der US-notierten chinesischen Unternehmen. Die Papiere von Alibaba, JD.com, und Baidu verloren bis zu sechs Prozent. Die neuesten Verkaufszahlen aus China verhalfen unterdessen der Tesla-Aktie an die Spitze des Nasdaq. Die volatilen Titel des Elektroautobauers gewannen 7,42 Prozent auf 131,48 Dollar - das höchste Niveau seit vier Wochen.

Preissenkungen bei Teslas meistverkauften Modellen hatten den Absatz in der Volksrepublik auf 12.654 Fahrzeuge zwischen dem 9. und dem 15. Januar getrieben, hieß es in einem Bericht der China Merchants International Bank. Das entspricht einem Sprung um 76 Prozent über das Ergebnis für dieselbe Zeitspanne im vergangenen Jahr. Eine steigende Nachfrage in Europa gab dem US-Solarindustrie-Zulieferer Enphase Auftrieb. Die Aktie sprang um 2,13 Prozent auf 251,06 Dollar. Die Installateure von Enphase-Produkten in den Niederlanden hätten in der letzten Zeit einen Anstieg der Aufträge bei Solarenergiesystemen für Privathaushalte verzeichnet, teilte der Konzern mit. Konkrete Zahlen nannte er zunächst nicht.

Quelle: ntv.de, lve/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen