Wirtschaft

Millionen für Dylan, Swift & Co. Songs sorgen für Goldrausch bei Investoren

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Das große Geld wird heute nicht mit physischen Tonträgern verdient, sondern mit Streaming-Gebühren.

(Foto: picture alliance / Yonhap/YONHAP/dpa)

Der Verkauf der Urheberrechte an Bob Dylans Songs ist kein Einzelfall. Der Erfolg der Streamingdienste lässt die Preise für Musikrechte explodieren. Investoren geben Hunderte Millionen für Portfolios bekannter Werke aus. Auch Kleinanleger mischen mit.

Für Jody Gerson ist es nicht weniger als die "bedeutendste Musikverlagsvereinbarung des Jahrhunderts": In jahrelangen persönlichen Verhandlungen mit Bob Dylan hat Gerson, die Chefin des Musikverlags von Universal Musik, ihrem Unternehmen die Rechte an allen Songs der Musikerlegende gesichert. Berichten zufolge für eine Summe von mehreren Hundert Millionen Dollar. Kulturell ist der Katalog des Literaturnobelpreisträgers Dylan sicher von besonderer Bedeutung. Finanziell reiht sich das Geschäft allerdings ein in eine Reihe ähnlicher oder noch größerer Deals.

Vergangene Woche erst wurde bekannt, dass Sängerin und Songwriterin Stevie Nicks einen Anteil an von ihr gehaltenen Urheberrechten für 100 Millionen Dollar an den Musikverlag Primary Wave verkaufte. Kurz zuvor waren die Rechte an den Songs von Superstar Taylor Swift gegen deren Willen an den Finanzinvestor Shamrock weiterverkauft worden - für 300 Millionen Dollar. Der britische Musikverlag Hipgnosis, der in den vergangenen Jahren bereits umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro für Songrechte ausgegeben hat, kündigte vor wenigen Tagen an, noch einmal Song-Kataloge für mehr als eine Milliarde Dollar aufzukaufen.

Goldrausch unter Investoren

Unter Investoren ist ein regelrechter Goldrausch ausgebrochen. Die Preise für Rechte an populären Songs haben sich innerhalb weniger Jahre vervielfacht. Universal Music selbst wurde im vergangenen Jahr vor allem dank seines umfassenden Songkatalogs im Rahmen eines Anteilsverkaufs mit etwa 30 Milliarden Dollar bewertet. Einige Jahre zuvor schätzten Investoren den Wert des Unternehmens noch auf 6,5 Milliarden Dollar.

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Nachdem das Geschäft mit Tonträgern wie Platten und CDs Anfang des Jahrtausends weitgehend eingebrochen war, hatten Investoren das Interesse an Musik-Urheberrechten weitgehend verloren. Die Wende brachte in den vergangenen Jahren das Streaming-Geschäft. Kostenpflichtige Dienste wie Spotify, iTunes und Amazon Music haben der nahezu totgesagten Branche wieder sprudelnde Einnahmen verschafft. Dazu kommen Tantiemen unter anderem aus Rundfunk, Filmproduktionen und Werbung.

Geld in Musikrechten anzulegen, ist Mainstream geworden. Das Geld von Hipgnosis etwa kommt von Investoren wie dem Versicherungskonzern Axa und der Church of England. Auch Kleinanleger sind inzwischen auf dem Markt aktiv. Auf der Online-Plattform Royaltyexchange.com werden nicht nur Songkataloge für Millionensummen etwa von Pensionsfonds erworben. Privatinvestoren können hier Rechte an einzelnen Songs weniger bekannter Musiker schon für wenige Tausend Dollar kaufen.

Quelle: ntv.de

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