Wirtschaft

Zu viel Müll in falscher Tonne Studie: Deutsche werfen weniger weg

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Es landet zu viel Biomüll in der falschen Tonne, zeigt die Studie. Vor allem in Großstädten wird weniger auf Mülltrennung geachtet.

(Foto: Patrick Pleul/dpa)

Eigentlich ist die Sache einfach: Glas zu Glas und Plastik zu Plastik. Doch nach einer neuen Studie klappt das mit der Mülltrennung in Deutschland noch nicht ganz - zwei Drittel der Abfälle landen am falschen Ort.

Die Deutschen entsorgen nur noch rund halb so viel Restmüll wie Mitte der 1980er Jahre. Im Jahr 2018 waren es 128 Kilogramm pro Einwohner und damit 46 Prozent weniger als 1985, wie das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) bei der Vorstellung einer Studie mitteilten. Dennoch landen demnach immer noch zu viel Bioabfall und Wertstoffe in den Hausmülltonnen.

Zum letzten Mal war 1983 bis 1985 untersucht worden, was und wie viel die damaligen Bürger der Bundesrepublik als Restmüll entsorgten. In der neuen UBA-Untersuchung von Siedlungsabfällen waren im Vergleich dazu bis zu 80 Prozent weniger Altpapier, Altglas, Metalle oder Kunststoffe in den untersuchten Mülltonnen zu finden.

Das BMU verwies auf die verbesserte Mülltrennung. "Die Umweltpolitik hat in den vergangenen Jahrzehnten bei der Abfallverwertung einiges bewegt", erklärte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth.

Auch Wertstoffe werden oft falsch entsorgt

Trotzdem gebe es noch viel zu tun: "Immer noch landen wertvolle Rohstoffe in der Restmülltonne", erklärte Flasbarth weiter. Nur rund ein Drittel der im Restmüll gefundenen Abfälle gehörte der Studie zufolge auch dorthin. Mit rund 39 Prozent bestand demnach der größte Teil des Tonneninhalts aus Biomüll wie Küchen- und Gartenabfällen. Sogenannte trockene Wertstoffe, darunter beispielsweise auch Textilien, Holz und Elektroschrott, machten 27 Prozent aus.

Schadstoffhaltige Lösemittel, Bauabfälle, Energiesparlampen und Altbatterien hatten den Angaben zufolge zwar nur einen Anteil von 0,5 Prozent am Restmüllinhalt. Jedoch kamen alte Batterien und Akkus "in über 60 Prozent der analysierten Abfallstichproben vor, obwohl sie verpflichtend getrennt gesammelt werden müssen", kritisierten BMU und UBA. Insgesamt seien die Restmülltonnen in Städten nicht nur voller gewesen als in Vororten und auf dem Land, sondern hätten auch mehr fälschlich entsorgte Wertstoffe enthalten.

"Mehr Mehrweg statt Einweg und klare Vorgaben für Einwegprodukte und -verpackungen, wie sie in der Einwegkunststoffrichtlinie vorgelegt werden, sind hier ein richtiger Weg", erklärte UBA-Präsident Dirk Messner. Gerade Bioabfall sei für den Restmüll "viel zu kostbar", weil er vollständig recycelbar und ein Energieträger sei.

"Unser Ziel ist eine echte Kreislaufwirtschaft, in der kaum noch Restmüll anfällt und die Rohstoffe wiederverwendet werden", erklärte Umweltstaatssekretär Flasbarth.

Quelle: ntv.de, cbr/AFP