Wirtschaft

Fed-Entscheid wirkt nach Tech-Werte leiden unter Zinserhöhungen

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(Foto: REUTERS)

Nach einem Fed-bedingten Zwischenhoch legt der Dow Jones eine Pause ein. Die weltweiten Ankündigungen zu Zinserhöhungen hinterlassen aber vor allem bei den Technologiewerten. Auch der Nasdaq rutscht kräftig ab.

Nach den jüngsten Kursgewinnen schalten US-Anleger einen Gang zurück. Der US-Standardwerteindex Dow Jones verlor am Donnerstag 0,1 Prozent auf 35.897 Punkte, nachdem er am Mittwoch gut ein Prozent zugelegt hatte. Der technologielastige Nasdaq fiel dagegen um 2,6 Prozent (15.863 Punkte), wodurch der breit gefasste S&P 500 0,9 Prozent ins Minus rutschte (4.668 Punkte).

Die Entscheidung der US-Notenbank, ihre Wertpapierkäufe rascher zurückzufahren und für 2022 drei Zinserhöhungen zu signalisieren, werde positiv gewertet, sagte Analystin Susannah Streeter vom Brokerhaus Hargreaves Landsdown. "Die Gedanken der Anleger drehen sich vor allem um die Inflation. Daher heißen sie das Vorgehen der Fed willkommen, um den Deckel darauf zu halten. Außerdem seien die Wachstumsaussichten für die US-Wirtschaft gut, sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.

Letzteres gebe konjunkturabhängigen Werten Auftrieb, sagte Portfoliomanager Paul Nolte vom Vermögensverwalter Kingsview. Die Technologiewerte litten dagegen unter der Aussicht auf Zinserhöhungen. Höhere Zinsen entwerten Experten zufolge zukünftige Gewinne dieser wachstumsstarken Firmen. Die Aktien von Amazon, Apple, Facebook, Netflix und die Google-Mutter Alphabet büßten bis zu 3,9 Prozent ein. Die Branche gilt wegen ihres hohen Fremdkapitalanteils als besonders zinssensibel und damit als Verlierer einer strafferen Geldpolitik.

Die US-Währung geriet ebenfalls unter Verkaufsdruck. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, büßte 0,4 Prozent ein. Offenbar realisierten Anleger mit Blick auf die Zinsprognosen der Fed-Führungsriege, die sogenannten Dot Plots, dass die Zinsen zwar rascher aber nicht höher steigen werden als bislang erwartet, schrieben die Analysten der Rabobank. Am Rohstoffmarkt konzentrierten sich Anleger dagegen auf die optimistischen Aussagen des Fed-Chefs Jerome Powell zu den Konjunkturaussichten. Hinzu kämen ermutigende Daten zur Nachfrage durch das US-Energieministerium, sagte Analyst Tamas Varga vom Brokerhaus PVM. Die US-Ölsorte WTI verteuerte sich um 3,0 Prozent auf 72,55 Dollar je Barrel (159 Liter).

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählte Accenture. Die Titel der IT- und Beratungsfirma stiegen fast sieben Prozent. Das Quartalsergebnis habe in allen Bereichen die Erwartungen übertroffen, lobte Analyst Surinder Thind von der Investmentbank Jefferies. Das Unternehmen machte einen Quartalsumsatz von 14,97 Milliarden Dollar und steigerte das Neugeschäft um 30 Prozent auf 16,8 Milliarden Dollar.

Gefragt waren auch die Titel von Vir Biotechnology, die sich um 4,7 Prozent verteuerten. Die EU-Gesundheitsbehörde EMA gewährte dem gemeinsam mit GlaxoSmithKline entwickelten Medikament zur Behandlung von Coronavirus-Patienten die Zulassung. Glaxo-Aktien stiegen in London zwischenzeitlich auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch von 1624,2 Pence. Konkurrent Regeneron musste dagegen ein Kursminus von fast vier Prozent hinnehmen. Sein Covid-Medikament ist Unternehmensangaben zufolge weniger effektiv bei der Behandlung der neu entdeckte Omikron-Variante.

Die Papiere von Lennar steuerten dagegen mit einem Minus von vier Prozent auf den größten Tagesverlust seit sieben Monaten zu. Der Quartalsgewinn der Baufirma sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben, kritisierte Analyst Carl Reichardt vom Brokerhaus BTIG. Das Unternehmen verdiente 1,19 Milliarden Dollar.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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