Wirtschaft

Auch Zinssorgen bleiben Ukraine-Konflikt hat Wall Street im Griff

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Anleger fürchten weiter einen Überfall Russlands auf die Ukraine und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Konsequenzen wie Sanktionen und Energiepreisexplosionen.

(Foto: AP)

Die drohende Kriegsgefahr in Europa belastet die Wall Street. Anleger fürchten bei einem Überfall Russlands auf die Ukraine unter anderem eine Explosion der Energiepreise. Das sorgt schon jetzt für satte Aufschläge bei den Ölpreisen. Auch Staatsanleihen sind gefragt.

Die anhaltenden Sorgen vor einer Eskalation der Ukraine-Krise und einem deutlicher als erwarteten US-Zinsanstieg haben die Wall Street auch zum Wochenauftakt belastet. Der Dow-Jones-Index schloss knapp 0,5 Prozent tiefer bei 34.566 Punkten, nachdem er im Verlauf bis auf rund 34.300 Stellen abgesackt war. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,4 Prozent nach auf 4401 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq beendete die Sitzung kaum verändert bei 13.790 Punkten.

Zunächst hatten Äußerungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow, der eine Fortsetzung der diplomatischen Bemühungen vorschlug, um vom Westen Sicherheitsgarantien zu erhalten, noch für eher freundliche Stimmung gesorgt. Später dann drehten die Kurse aber deutlich ins Minus, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigte, als Termin für einen russischen Angriff auf die Ukraine sei der kommende Mittwoch genannt worden. Aus dem Umfeld der Regierung hieß es aber, der Präsident habe damit nicht vorhersagen wollen, dass es an dem Tag auch zu einem Angriff komme. Im späten Handel machten die Indizes dann einen Teil ihrer Verluste noch wett.

Brent Rohöl
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Der US-Volatilitätsindex, der auch als Angstindikator der Wall Street bekannt ist, legte zwischenzeitlich 17 Prozent zu, am Ende waren es knapp fünf Prozent. Dazu trug auch die erneute Forderung des US-Notenbankers James Bullard nach einer kräftigen Zinserhöhung bei. Die Fed sollte aus seiner Sicht in den drei Sitzungen bis zum 1. Juli die Zinsen um insgesamt einen vollen Prozentpunkt anheben. Das würde bedeuten, dass einer der drei Schritte mindestens einen halben Prozentpunkt beträgt. Eine solch kräftige Anhebung hatten die meisten Experten bis zur vergangenen Woche noch nicht auf dem Zettel.

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, zog 0,3 Prozent an. Gefragt waren auch die als sicherer Hafen geltende Staatsanleihen. Dagegen gaben die großen US-Kreditinstitute nach. Aktien von Wells Fargo sowie von J.P. Morgan büßten jeweils knapp ein Prozent ein.

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Im Blick hatten Anleger auch den Ölpreis. Spekulationen auf Lieferausfälle verteuerten die Sorte Brent aus der Nordsee vorübergehend um fast zwei Prozent auf 96,42 Dollar pro Barrel und damit auf den höchsten Stand seit Oktober 2014. "Jede Unterbrechung der Ölströme aus der Region würde die Preise für Brent und WTI weit über die 100-Dollar-Marke steigen lassen", warnte Nishant Bhushan, Ölmarktanalyst bei Rystad Energy.

Am Aktienmarkt waren Chipwerte gefragt, die am Freitag im Schnitt um 4,6 Prozent eingebrochen waren. So legte Nvidia 1,3 und AMD um ein Prozent zu. Aktien des US-Reifenherstellers Goodyear stiegen um 1,5 Prozent. Die Analysten von J.P. Morgan stuften die Titel auf "übergewichten" von "neutral" hoch. Goodyear werde von einer Erholung des Ersatzteilgeschäfts profitieren, hieß es. Moderna sackten indes um 11,7 Prozent auf 142,50 Dollar ab. Der Konzern hatte am Freitagabend mitgeteilt, das Top-Management habe sich von Aktien des Impfstoff-Herstellers getrennt. Die Papiere sind, wie einige andere Unternehmen der Branche, seit längerem auf Talfahrt. Mitte August hatten sie noch bei knapp 500 Dollar notiert.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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