Wirtschaft

Teuerung schreckt Anleger wenig Wall Street lässt Inflationsangst hinter sich

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Furchtlose Anleger an der New Yorker Börse: Wenn es demnächst wieder ab geht, will man dabei sein.

(Foto: AP)

Während die Kryptowährungen wieder einmal talwärts rauschen, gehen die drei Leitindizes der New Yorker Börse gestärkt ins lange Wochenende. Die Teuerungsrate fällt moderat aus und die Fed mildert die Sorgen, dass die Zinszügel bald wieder straffer gezogen werden könnten.

Konjunkturoptimismus hat die US-Börsen am Freitag angeschoben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent höher auf 34.529 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,1 Prozent auf 13.748 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte ebenfalls 0,1 Prozent auf 4204 Punkte zu. "Die Anleger sind im Grunde genommen zu diesem Zeitpunkt furchtlos", sagte Händler Dennis Dick vom Broker Bright Trading. "Es gab Inflationssorgen, die abgeschüttelt wurden, da die Anleger auf dem Weg zu Rekordständen und angesichts einer Erholung bei Technologietiteln nichts verpassen wollen."

Daran änderten auch die im April gestiegenen Preise nichts. Die von der US-Notenbank besonders beäugte Teuerungsrate, bei der Energie- und Nahrungsmittelkosten ausgeklammert werden, stieg im April binnen Jahresfrist um 3,1 Prozent. Experten hatten nur mit 2,9 Prozent gerechnet. Die jüngsten Kommentare der US-Notenbank hätten dazu beigetragen, die Inflationssorgen der Investoren zu lindern, sagte Stratege Rick Meckler vom Vermögensverwalter Cherry Lane Investments. Viele Notenbanker wie auch US-Finanzministerin Janet Yellen rechnen damit, dass der Inflationsanstieg nur vorübergehender Natur ist.

Dennoch rückt in der Notenbank Fed eine Debatte über das Abschmelzen der Konjunkturhilfen näher. Am Devisenmarkt nahmen Kryptowährungen nach einem Zwischenhoch ihre Talfahrt wieder auf. Bitcoin und Ethereum fielen um jeweils mehr als sechs Prozent. "Bitcoin befindet sich nach wie vor in einem Abwärtsstrudel und tut sich schwer sich zu befreien", sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. Spekulationen auf eine strengere Regulierung des Sektors lasteten auf der Stimmung.

Dell und HP lassen Anleger kalt

Aktien des Softwareanbieters Salesforce.com legten 5,4 Prozent zu, nachdem der Softwareanbieter seine Gesamtjahresprognose für Umsatz und Gewinn angehoben hatte. Wenig beeindruckt waren Anleger hingegen von den Zahlen von Dell und HP, obwohl beide Konzerne die Umsatzerwartungen für das Quartal übertrafen. Jedoch warnten sie, dass der anhaltende Mangel an Computerchips es erschweren könnte, die Nachfrage nach Laptops in diesem Jahre zu bedienen. Dell büßten mehr als ein Prozent ein, HP fast neun Prozent.

Boeing
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Zu den Verlierern gehörten auch Boeing mit einem Abschlag von 1,5 Prozent. Der US-Flugzeugbauer musste die Auslieferungen seines Großraumflugzeugs 787 Dreamliner nach erneut stoppen, wie die Luftaufsichtsbehörde mitteilte. Boeing müsse nachweisen, ob die vorgeschlagenen Inspektionsmethoden den erforderlichen Standards genügten.

Bei Papieren von AMC schlugen erneut Spekulanten zu. Die Aktien der Kinokette gingen auf Berg- und Talfahrt: in der Spitze ging es um 38,5 Prozent nach oben und anschließend um sieben Prozent nach unten. Eine Haupt-Triebfeder der aktuellen Kurskapriolen sehen Experten in Kommentaren in einschlägigen Internet-Foren. Dort feuern sich Kleinanleger gegenseitig zu Käufen an. Am Ende des Handels stand bei AMC ein Kursminus von 1,5 Prozent.

Quelle: ntv.de, mau/rts

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