Wirtschaft

Investoren halten sich zurück Zinssorgen drücken Kauflaune an der Wall Street

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(Foto: AP)

Hebt die US-Notenbank bald erneut die Zinsen an? Die Ungewissheit sorgt an den US-Märkten für Zurückhaltung. Richtig aufwärts geht es hingegen für General Mills. Der Lebensmittelhersteller gehört zu den Gewinnern des Tages.

Das Rätselraten über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank lässt an der Wall Street keine Kauflaune aufkommen. Die amerikanischen Aktienindizes präsentierten sich wechselhaft. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann 0,3 Prozent auf 31.029,31 Punkte. Der technologielastige Nasdaq notierte kaum verändert bei 11.177,89 Punkten und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,1 Prozent auf 3.818,83 Punkte ein.

S&P 500
S&P 500 4.171,03

Einige Fed-Vertreter hatten sich angesichts der steigenden Inflation zuletzt für weitere schnelle Zinsanhebungen starkgemacht und die Ängste vor einem Abwürgen des Konjunkturmotors kleingeredet. Auch US-Notenbank-Chef Jerome Powell signalisierte mit seinen Aussagen im Rahmen einer Zentralbank-Konferenz in Portugal erneut, die Inflation mit allen Kräften bekämpfen zu wollen.

Euro-Kurs schwächelt

"Das Thema treibt die Investoren um", sagte Portfolio-Manager Robert Pavlik vom Vermögensverwalter Dakota Wealth Management. "Sie nehmen es nicht gelassen, das ist sicher. Gerade jetzt, wo man diese Art von negativen Zusammenflüssen hat, die alle auf einmal zusammenkommen, hält das die Leute an der Seitenlinie, nicht bereit, einzusteigen und Käufer zu werden."

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,02

Die Erwartungen der Anleger an aggressive Zinsanhebungen in den USA stärkten den US-Dollar. Der Dollar-Index, der die Weltleitwährung zu anderen wichtigen Devisen misst, legte ein halbes Prozent auf 105,03 Punkte zu. Der Euro sackte um 0,6 Prozent auf 1,0450 Dollar ab.

An den europäischen Anleihemärkten griffen Investoren nach einer überraschend geringen Juni-Teuerung in Deutschland zu. Die Inflationsrate lag mit 7,6 Prozent zum Vorjahr unter dem Vormonat und ebenso unter den von Analysten erwarteten 8,0 Prozent. "Das ist die erhoffte Entspannung", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Rendite für die zehnjährigen Bundespapiere gab um zehn Basispunkte auf 1,53 Prozent nach. Anfang der Woche hatten Inflationsängste die Renditen nach oben getrieben. Die zehnjährigen US-Treasuries rentierten bei 3,113 Prozent nach 3,207 Prozent am Dienstag.

General Mills im Aufwind

Der Inflationsdruck und die sich eintrübende Konjunktur bringen die Notenbanken in die Bredouille. Die Europäische Zentralbank (EZB) will im Kampf gegen die Teuerung erstmals seit 2011 ihren Leitzins anheben und im September nachlegen. Die Fed hatte Mitte Juni die Leitzinsen so kräftig angehoben wie seit 1994 nicht mehr und stellt weitere zügige Anhebungen in Aussicht. Dadurch steigen die Kreditkosten für Verbraucher wie Unternehmen, worunter Konsum und Investitionen leiden dürften. Das wiederum könnte der ohnehin schwächelnden Konjunktur weiter zusetzen.

General Mills
General Mills 74,80

Zu den größten Verlierern zählten die Aktien von Bed, Bath & Beyond mit einem Minus von mehr als 21 Prozent. Der Anbieter von Heimtextilien verschreckte die Investoren mit einem Umsatzschwund auf vergleichbarer Basis im Quartal. Zudem nimmt Konzernchef Mark Tritton seinen Hut. Gut an kamen hingegen die besser als erwartet ausgefallenen Umsätze von General Mills. Die Aktien des Herstellers von Snackriegeln und Frühstücksflocken zogen um mehr als fünf Prozent an.

Nach einem positiven Analystenurteil zogen Goldman Sachs um 1,7 Prozent an. BofA Global Research stufte die Titel hoch auf "Buy" von "Neutral". Die Bank sei in einer sich verschlechternden Weltwirtschaft gut positioniert, um sich besser als der Branchenschnitt zu entwickeln, hieß es zur Begründung.

Quelle: ntv.de, jpe/rts

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