Mittwoch, 15. April 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:58 Uhr

Risikoangst mit voller Wucht zurück: Dax verliert deutlich

Desinfektionsmittel, Mundschutz und Einmalhandschuhe. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa/Symbolbild

In der Corona-Krise gehen Anleger zur Abwechslung wieder mal auf Distanz zu Aktien.

Barbara Gindl/APA/dpa/Symbolbild

Schlechte Nachrichten zu den Corona-Folgen haben die Aktien nach der jüngsten Rally erneut in den Keller getrieben. Anleger nutzten die jüngst gestiegenen Kurse, um Positionen glatt zu stellen und so ihr Risiko zu minimieren. Sorgen bereiteten

  • die jüngsten Corona-Fallzahlen aus Frankreich und den USA,
  • dass der Shutdown in Deutschland wohl noch lange andauern dürfte und
  • die Konjunkturdaten aus den USA, die richtig enttäuschend ausfielen.
DAX
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Die Industrieproduktion in den USA ging massiv zurück, es war der stärkste Einbruch seit 1946. Auf der anderen Seite halten die US-Konsumenten ihr Geld zusammen, was die Wall Street in den Keller trieb. Zusätzlicher Druck von oben kam vom Ölpreis, der nach unten drehte.

Für den Dax ging es daraufhin im Einklang mit der Wall Street nach unten, der Index schloss 3,9 Prozent tiefer bei 10.280 Punkten. Für den Euro-Stoxx-50 ging es ebenfalls um 3,8 Prozent nach unten auf 2805.

Einmal mehr trennten sich die Anleger wieder von den Zyklikern, um in der erwarteten Abwärtsbewegung defensiver aufgestellt zu sein. Als einziger Wert schloss die Aktie des Immobilienunternehmens Vonovia knapp im Plus. Die Aktie der Deutschen Bank ging 9,3 Prozent tiefer aus dem Handel.

17:29 Uhr

Euro gerät deutlich unter Druck

Die schlechter als erwarteten US-Daten bringen den Eurokurs unter Druck. Die hohe Verunsicherung durch die Corona-Krise treibe die Anleger in den US-Dollar, sagen Händler.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,13

Die Gemeinschaftswährung fällt am Nachmittag auf 1,0892 Dollar. In der vergangenen Nacht hatte der Euro noch bei fast 1,10 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0903 (Dienstag: 1,0963) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9172 (0,9122) Euro.

16:20 Uhr

US-Börsen machen die Biege

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Investoren sind in der wirtschaftlichen Realität angekommen.

AP

Die ersten Vorboten der schwersten Rezession seit den 1930er Jahren verderben den US-Anlegern die Stimmung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gibt 2,3 Prozent nach auf 23.367 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 verliert 2,6 Prozent auf 2768 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackt um 2,1 Prozent ab auf 8338 Punkte.

S&P 500
S&P 500 3.187,50

Der anhaltende Ölpreisverfall, der Kollaps des Einzelhandels und Löcher in den Firmenbilanzen bereiten den Anlegern Kopfzerbrechen. In den vergangenen Wochen hätten die Aktienmärkte einiges an Boden wettgemacht, sagte Crail Erlam, Marktanalyst beim Brokerhaus Oanda. "Einige Investoren ziehen sich jetzt aus dem Risiko zurück, wo die wirtschaftliche Realität zu Hause zuschlägt."

Unter Druck stehen die Bankaktien: Die Titel von Bank of America, Goldman Sachs und Citigroup geben bis zu 7,6 Prozent nach. Die Institute bereiten sich wegen der Pandemie auf hohe Kreditausfälle vor, der Gewinn halbierte sich in etwa.

15:38 Uhr

ntv Zertifikate-Check: Covid-19 ist stärker als die Opec

Wegen der Corona-Krise wird deutlich weniger Öl gebraucht als sonst. Entsprechend billig sind Heizöl und Benzin in den letzten Wochen geworden. Auch drastische Kürzungen des Ölangebotes haben daran bislang nicht viel geändert. Warum das so ist, darüber hat Friedhelm Tilgen mit Kemal Bagci von der BNP Paribas gesprochen.

 

15:27 Uhr

Dollar-Index schnellt nach US-Daten nach oben

Nach den schwachen US-Konjunkturdaten schnellt der Dollar-Index nach oben. Er legt 1,1 Prozent zu. Der Einzelhandelsumsatz in den USA brach so stark ein wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Millionen Menschen haben ihre Arbeitsplätze wegen der Corona-Pandemie verloren.

US-Dollar / Euro
US-Dollar / Euro ,89

Den US-Dollar Index gibt es bereits seit 1973. Er wird aus einer Art Warenkorb von sechs Währungen gebildet: Dem Euro (57,6%), dem japanischen Yen (13,6%), dem britischen Pfund (11,9%), dem kanadischen Dollar (9,1%), der schwedischen Krone (4,2%) und dem Schweizer Franken (3,6%). Die konkreten Anteile gelten seit 1999.

15:05 Uhr

"Fast im freien Fall": US-Einzelhandelsumsatz fällt in Rekordtempo

Die Umsätze der US-Einzelhändler sind im März wegen der Corona-Krise um 8,7 Prozent zum Vormonat gefallen. Das teilt das Handelsministerium in Washington mit. Es ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Statistik 1992.

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Verwaiste Straßen in New York.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erwartet worden war ein Minus von acht Prozent. Wegen der Corona-Pandemie haben im vergangenen Monat Millionen Amerikaner binnen kurzer Zeit ihren Job verloren, während zahlreiche Geschäfte geschlossen bleiben müssen.

"Die Wirtschaft befindet sich fast im freien Fall", kommentiert Sung Won Sohn, Professor für Betriebswirtschaft an der Loyola Marymount University in Los Angeles.

13:45 Uhr

Goldman Sachs überrascht mit "winzigen" Rückstellungen

Auf den ersten Blick "sehr ordentlich", heißt es im Handel zu den Zahlen von Goldman Sachs.

Goldman Sachs
Goldman Sachs 195,94

"Ins Auge stechen vor allem die fast schon winzigen Rückstellungen", sagt ein Händler. Denn angesichts der Milliardensummen bei Bank of America und JP Morgan seien die 937 Millionen Dollar bei Goldman sehr gering. Der Gewinn je Aktie sei mit 3,11 Dollar angesichts der Krise auch dicht an der Erwartung von 3,35 Dollar geblieben.

Der Gewinn der US-Investmentbank hat sich in der Corona-Krise wegen drohender Kreditausfälle und gestiegener Kosten dennoch halbiert. Das Ergebnis sank im ersten Quartal um 49 Prozent auf 1,12 Milliarden Dollar. Die Erträge gingen dabei jedoch nur um ein Prozent auf 8,74 Milliarden Dollar zurück. Die Rückstellungen für faule Kredite sind mittlerweile vier Mal höher als im Jahr zuvor.

13:27 Uhr

Hohe Rückstellungen für Kreditausfälle: Bank of America enttäuscht

Die Bank of America hat im ersten Quartal 45 Prozent weniger verdient. Der Nettogewinn im Zeitraum Januar bis März sank auf 4,01 Milliarden US-Dollar von 7,31 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie erreichte 40 Cent. Analysten hatten laut Factset mit 48 Cent im Schnitt deutlich mehr erwartet.

Bank of America
Bank of America 25,25

Grund für den Einbruch: Die Großbank aus Charlotte in North Carolina hat zusätzlich 3,6 Milliarden Dollar zurückgelegt, um für mögliche Kreditausfälle während der Coronavirus-Krise gerüstet zu sein. In dieser Maßnahme spiegeln sich die schlechteren wirtschaftlichen Aussichten.

13:19 Uhr

Ökonomen fordern Kapitalaufstockung für IWF

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sollte Experten zufolge in der Corona-Krise mit mehr Mitteln ausgestattet werden, um vor allem ärmeren Ländern helfen zu können.

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel brachte eine Erhöhung von derzeit einer Billion auf zwei Billionen Dollar ins Spiel. Eine Billion Dollar entspricht in etwa einem Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. "Das ist zu wenig, selbst wenn die Mittel 2021 wie vorgesehen um 500 Milliarden Dollar erhöht würden", sagten die IfW-Ökonomen Rolf Langhammer und Christoph Trebesch. Vor allem Industriestaaten sollten ihre Kreditlinien an den IWF ausweiten.

13:06 Uhr

Deutsche Börse lädt zur virtuellen Hauptversammlung

Der Börsenbetreiber folgt in der Corona-Krise dem Beispiel zahlreicher anderer Konzerne und lädt zur virtuellen Hauptversammlung ohne physische Anwesenheit der Aktionäre. Die Online-Hauptversammlung soll zum ursprünglich geplanten Termin am 19. Mai stattfinden.

Deutsche Börse
Deutsche Börse 154,80

Die Aktionäre sollen unter anderem den Weg für die Ausschüttung einer Dividende von 2,90 Euro je Aktie freimachen und Änderungen beim Vergütungssystem für den Vorstand und Aufsichtsrat abnicken. So soll die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder um 15.000 Euro auf 85.000 Euro pro Jahr erhöht werden, der Chef des Kontrollgremiums soll künftig 220.000 Euro statt 170.000 Euro erhalten.

Es ist die letzte Hauptversammlung des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Faber. Zu seinem Nachfolger soll der IBM-Manager Martin Jetter gewählt werden, bekräftigte die Börse.

12:26 Uhr

BDI-Chef Kempf fordert "verbindlichen Planungshorizont"

Die deutsche Industrie pocht auf baldige Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Wichtig sei, dass es klare zeitliche Vorgaben der Politik und beim unternehmerischen Neustart ein landesweit einheitliches Vorgehen gebe, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) vor dem Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder.

"Wenn wir es nicht schaffen, schon bald den Stillstand von Wirtschaft und Gesellschaft stufenweise wieder aufzuheben, drohen erhebliche Konsequenzen für unsere Unternehmen", sagte BDI-Präsident Dieter Kempf. Ziel müsse ein verbindlicher Planungshorizont für die Unternehmen sein.

11:43 Uhr

Türkische Lira wertet dramatisch ab

Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie für die Türkei ziehen sich immer mehr Anleger aus der Landeswährung zurück. Dies treibt den Kurs des Dollar auf 6,8579 Lira und den Euro auf 7,4990 Lira. Das ist in beiden Fällen der höchste Stand seit etwa eineinhalb Jahren.

Der Tiefpunkt beim großen Lira-Crash im August 2018 lag bei 7,20 Lira je Dollar.

11:35 Uhr

Fallender Ölpreis setzt Rubel zu

Der anhaltende Preisverfall bei Rohöl hat Folgen - vor allem für die Währungen der Exportländer.

Rubel / US-Dollar
Rubel / US-Dollar ,01

Das billige Öl verteuert den Dollar auf 74,0618 Rubel, 1,4017 kanadische Dollar und 10,5223 norwegische Kronen. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich zuletzt um 5,5 Prozent auf 27,96 Dollar je Barrel. Damit nimmt der Preis Kurs auf das 18-Jahres-Tief von Ende März.

11:07 Uhr

Ölpreis fällt nach IEA-Bericht auf 18-Jahrestief

Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise mit einem beispiellosen Rückgang der Nachfrage nach Rohöl. Im laufenden Jahr dürfte die Nachfrage um 9,3 Millionen Barrel pro Tag einbrechen, heißt es im Monatsbericht des Interessenverbands von Industriestaaten.

Vor allem im April dürfte die Nachfrage nach Rohöl von der Corona-Krise hart getroffen werden. Die IEA-Experten erwarten einen Einbruch des globalen Treibstoffverbrauchs um nahezu ein Drittel. Mit dem Rückgang dürfte im April ein Niveau erreicht werden, dass es zuletzt 1995 gegeben hatte.

WTI unter 20 Dollar!

Die Ölpreise sinken nach der Veröffentlichung der IEA-Prognose. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt am Vormittag bis auf 19,20 US-Dollar je Barrel und damit auf den tiefsten Stand seit 2002.

10:53 Uhr

Passagierrückgang am Frankfurter Flughafen verschärft sich

Die Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie führen beim Flughafenbetreiber Fraport zu einem drastischen passagiereinbruch. In den ersten beiden Aprilwochen sank das Passagieraufkommen an Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt jeweils um mehr als 95 Prozent.

In der Woche vom 6. bis zum 12. April betrug das Minus sogar fast 97 Prozent im Vergleich zur entsprechenden Vorjahreswoche.

10:26 Uhr

Dax trudelt abwärts: Erholungs-Rally vorerst beendet

Nach dem erfreulichen Start in die verkürzte Börsenwoche nach Ostern nutzen die Anleger die jüngsten Kursgewinne für Verkäufe. Der Dax weitet seine Verluste mit 10.533 Punkten auf 1,5 Prozent aus, nachdem er seit dem Tief des Corona-Crashs Mitte März fast 30 Prozent aufgeholt hatte.

Der MDax gibt zur Wochenmitte um 1,0 Prozent auf 22.144 Zähler nach, während der EuroStoxx 50 1,5 Prozent auf 2872 Punkte verlor. In Fernost hatten sich die großen Aktienindizes zuvor eher kraftlos entwickelt, nachdem es am Vorabend in New York vor allem an der technologielastigen Nasdaq-Börse deutliche Kursgewinne gegeben hatte.

09:48 Uhr

Erstmals seit 30 Jahren: Chinas Wirtschaft schrumpft

Chinas Wirtschaft ist wegen der Coronavirus-Pandemie erstmals seit rund 30 Jahren geschrumpft: Von der Nachrichtenagentur AFP befragte Analysten erwarten für das erste Quartal einen Rückgang von durchschnittlich 8,2 Prozent im Vorjahresvergleich. Für das ganze Jahr rechnen sie mit einem kleinen Wachstum von 1,7 Prozent. Das wäre die niedrigste Rate seit dem Tod von Parteiführer Mao Zedong im Jahr 1976. Der IWF hat für China, wo das Coronavirus zuerst ausgebrochen war, ein Wachstum von sogar nur 1,2 Prozent prognostiziert.

Der Rückgang sei "enttäuschender als erwartet", kommentierte  Xu Xiaochun von Moody's Analytics. Die chinesischen Arbeiter seien langsamer an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt als zunächst gedacht. Zudem drücke die schwache Nachfrage nach chinesischen Gütern weltweit die schnelle Erholung.

09:38 Uhr

Streit über Corona-Bonds: Italiens Anleihen unter Druck

Die Weigerung der italienischen Regierung, Hilfen aus dem europäischen Rettungsfonds ESM anzunehmen, setzt den Anleihen des Landes erneut zu. Die Rendite der zweijährigen Titel steigt auf ein Vier-Wochen-Hoch von 0,909 Prozent.

Börsianern zufolge hängt ESM-Geldern das Stigma einer möglichen Gängelung durch die EU an, die innenpolitisch schwer zu vermitteln sei.

 

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09:22 Uhr

Dax zieht den Kopf ein - banges Warten auf Exit-Pläne

Anleger halten gespannt den Atem an: Heute wird ein Zeitplan für eine Lockerung der Coronavirus-Restriktionen in Deutschland erwartet. "Auf dem aktuellen Kursniveau wird jede Verzögerung beim Hochfahren der Wirtschaft zu Enttäuschung und Kursverlusten führen", warnt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Dax
Dax 12.847,68

Der Dax verliert kurz nach Börsenstart 1,1 Prozent auf 10.574 Punkte.

Bei den Unternehmen steht Adidas im Rampenlicht. Der Sportartikel-Hersteller erhielt zur Bewältigung der Virus-Krise einen milliardenschweren Staatskredit. Es sei ein offenes Geheimnis gewesen, dass Adidas diese Hilfe beantragen werde, sagte ein Börsianer. Die Aktien büßen 1,9 Prozent auf 220 Euro ein.

Im Tagesverlauf wollen Bundesregierung und Länder über Exit-Strategien beraten. Daneben richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit auch auf die anstehenden US-Konjunkturdaten. So rechnen sie wegen der Virus-Krise für März mit einem Einbruch der Einzelhandelsumsätze um acht Prozent. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Die US-Industrieproduktion ging den Prognosen zufolge im vergangenen Monat um vier Prozent zurück.

Unterdessen nimmt die US-Bilanzsaison Fahrt auf. Unter anderem öffnen die Großbanken Bank of America, Citigroup und Goldman Sachs ihre Bücher.

Wie verändert der Corona-Schock unser Leben? Was kommt danach? Und welche Auswege gibt es? Stöbern Sie in unserem neuen Podcast "Die Stunde Null - Deutschlands Weg aus der Krise", der diese Fragen den Menschen stellt, die durch die Krise steuern: Unternehmern, Wissenschaftlern, Managern, Philosophen und Ökonomen.

Guten Morgen, mein Name ist Diana Dittmer und ich begleite Sie heute durch den Börsen-Tag.

08:48 Uhr

Asiatische Anleger machen Kasse

Nach den jüngsten Kursgewinnen haben einige Asien-Anleger Kasse gemacht. Der japanische Nikkei-Index fiel um 0,7 Prozent auf 19.500 Punkte. Die Börse Shanghai bröckelte trotz einer erneuten Zinssenkung der chinesischen Notenbank auf 2819 Zähler ab.

  • "Nachlassende Infektionsraten und die Hoffnung auf weitere Hilfspakete haben die Kurse durch die Bank angehoben", sagte Stephen Innes, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Axicorp. "Der positive Anschein kann aber täuschen, denn im Hintergrund brauen sich dunkle Wolken zusammen. Es gibt immer noch eine Menge, um das man sich Sorgen machen muss."
  • So erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie die größte weltweite Rezession seit der Großen Depression der 1930er Jahre.
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08:35 Uhr

Dax wird wenig verändert erwartet

Händler gehen davon aus, dass der Dax wenig verändert in den neuen Börsentag startet. Vier Marktteilnehmer gaben an, dass sie im Schnitt einen Stand von 10.693 Punkten zum Xetra-Schluss erwarten. Das entspräche einem Rückgang zum vorherigen Handelstag von 0,03 Prozent. Dabei gehen zwei Händler von leicht fallenden und zwei von tendenziell steigenden Kursen aus. Die Spanne der Prognosen liegt zwischen 10.600 und 10.840 Punkten.

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Wenig verändert dürften auch andere europäische Börsen in den Handel starten. Die jüngsten Fallzahlen aus Frankreich und den USA sowie Donald Trump bereiten den Marktteilnehmer allerdings Sorgen: Mitten in der größten Gesundheitskrise der Welt hat er erklärt, die Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation WHO einzufrieren.

07:59 Uhr

Corona macht Bezos reich: Amazon-Aktie auf Rekordhoch

Amazon
Amazon 2.483,00

Das Vermögen von Amazon-Chef Jeff Bezos ist trotz Corona-Krise gewachsen: Laut dem Bloomberg Billionaires Index ist er seit Jahresbeginn 24 Milliarden Dollar reicher geworden. Sein Gesamtvermögen beträgt damit 138,5 Milliarden Dollar, umgerechnet 126,1 Milliarden Euro. Grund ist der anhaltende Höhenflug der Amazon-Aktie. Sie legte am Dienstag um gut 5 Prozent zu und erreichte ein neues Rekordhoch, von dem der Konzerngründer als Großaktionär profitiert. In der Corona-Krise will der weltweit größte Onlinehändler aufgrund der großen Kundenansturms 175.000 neue Mitarbeiter einstellen.

 

07:18 Uhr

Chinas Notenbank stemmt sich gegen Coronakrise

Die chinesische Notenbank stemmt sich weiter gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie. Für 100 Milliarden Yuan (rund 12,9 Milliarden Euro) wurden den Banken des Landes Kredite mit einer Laufzeit von einem Jahr zu einem Zins von 2,95 Prozent angeboten, wie Chinas Zentralbank mitteilte. Bisher lag der Zins bei 3,15 Prozent. Zudem wird den Banken die Kreditvergabe erleichtert.

So wurde der Mindestreservesatz für kleinere und mittlerer Banken in einem ersten von zwei bereits angekündigten Schritten um 0,50 Prozentpunkte gesenkt. Damit müssen die Geldhäuser weniger Kapital vorhalten und können es stattdessen über Kredite in die Wirtschaft pumpen. Gerade mittelständischen Unternehmen soll so geholfen werden. Mit dem nun erfolgten ersten Schritt der Maßnahme werde Liquidität in Höhe von etwa 200 Milliarden Yuan freigesetzt, hieß es. Der zweite Schritt ist für Mitte Mai geplant.

06:39 Uhr

Autohäusern entgeht jetzt wichtiges Geschäft

BMW
BMW 59,50

Einer der größten BMW-Händler in Deutschland, Burkhard Weller, erhofft sich von der Politik eine rasche Lockerung der Beschränkungen im Autohandel. Denn die Ansteckungsgefahr in den Autohäusern, in denen sich deutlich weniger Kunden als im Supermarkt aufhielten, sei sehr gering, sagte Weller. Wenn die inzwischen normalen Vorsichtsregeln eingehalten würden, könnten die Häuser jetzt wieder öffnen.

"Eigentlich wären jetzt unsere stärksten Monate", sagte Weller. Durch die Vorgaben sei das Geschäft aber auf 20 Prozent zusammengeschrumpft, nur telefonisch und online laufe noch etwas. Nach einer Rückkehr zur Normalität erwarte er auch "keine Riesenwelle. Das geht nur langsam wieder hoch." Denn viele potenzielle Kunden seien inzwischen in Kurzarbeit oder in Ungewissheit, ob ihr Arbeitsplatz noch sicher sei. "Was jetzt weg ist, wird nicht im September nachgeholt werden." Wie lange die Autohändler die Beschränkungen noch überstehen, sei unterschiedlich. Aber weil die Mieten und Kosten weiterliefen, dürfte es für einige trotz Kurzarbeit schwierig werden.

06:13 Uhr

Asiatische Märkte fürchten Warnung vor Rezession

Die asiatischen Aktienmärkte sind trotz Gesprächen über vorsichtige Lockerungen in einigen Ländern zur Ankurbelung der Wirtschaft ins Minus gerutscht. Warnungen vor der schlimmsten globalen Rezession seit den 30er Jahren unterstrichen den wirtschaftlichen Schaden, den der Coronavirus-Ausbruchs bislang angerichtet hat. Auch Chinas Senkung des wichtigen mittelfristigen Zinssatzes auf Rekordtief, gab den Börsen nicht den nötigen Schwung.

Nikkei
Nikkei 22.863,73

"Die Abflachung von Infektionskurven und die Gedanken an mehr Stimulus gibt allen Auftrieb", sagte Stephen Innes, Chef-Global Marktstratege bei AxiCorp. "Allerdings könnte das Bild trügerisch sein, da sich hinter den Schlagzeilen ein Sturm zusammenbraut - was darauf hindeutet, dass es noch viel zu befürchten gibt." Selbst als einige US-Bundesstaaten eine Lockerung der Beschränkungen in Betracht gezogen hatten, stieg die Zahl der Todesopfer des Landes um mindestens 2.228, laut einer Reuters-Zählung ein Ein-Tages-Rekord.

Die Börse in Tokio hat zunächst uneinheitlich gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,6 Prozent tiefer bei 19.521 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,1 Prozent und lag bei 1435 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,3 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,6 Prozent.

06:00 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht