Marktberichte

Ende des Zollstreits nach 2020? Trump schockt US-Anleger

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(Foto: AP)

US-Präsident Trump schiebt Hoffnungen auf eine schnelle Einigung im Handelskrieg einen Riegel vor. Laut dem 73-Jährigen könnte ein Deal auch erst nach den Präsidentschaftswahlen im kommenden November anstehen. An der Wall Street sorgt die Nachricht für purzelnde Kurse.

Die schwindende Aussicht auf ein rasches Handelsabkommen mit China verschreckt Anleger an der Wall Street. Auslöser der aktuellen Verkäufe war die Aussage von US-Präsident Donald Trump, er könne sich vorstellen, dass ein Handelsabkommen mit China auch erst nach der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 geschlossen werde.

Anleger fragten sich nun, ob es überhaupt eine Einigung geben werde, sagte Randy Frederick vom Broker Charles Schwab. Außerdem sei für den 15. Dezember eine Verschärfung der US-Strafzölle auf chinesische Waren geplant. "Diese fallen auf Konsumgüter an, die bislang nicht betroffen waren." Am Montag hatte die Wall Street bereits wegen der Ankündigung von Strafzöllen auf Aluminium und Stahl aus Argentinien und Brasilien Federn gelassen.

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Der Dow-Jones-Index fiel um 1,0 Prozent auf 27.503 Punkte. Im Tagestief war es schon bis auf 27.325 Punkte nach unten gegangen. Der S&P-500 gab um 0,7 Prozent auf 3.093 Punkte nach und der Nasdaq-Composite verlor 0,6 Prozent auf 8.521 Punkte.

Aktien, die von einer geplanten Digitalsteuer in Frankreich betroffen wären, verzeichneten Verluste. Apple fielen um 1,8 Prozent, Amazon verloren 0,7 Prozent und Facebook gaben um 0,4 Prozent nach. Alphabet drehten ins Plus und gewannen 0,5 Prozent.

Die Xerox-Aktie fiel um 0,6 Prozent. Der Kopiererhersteller kann seine Jahresprognose nicht mehr aufrecht halten. Die Gewinnwarnung ist doppelt ungünstig für Xerox, will das Unternehmen doch seinen Wettbewerber HP übernehmen und einen Teil der Summe in eigenen Aktien zahlen. HP lehnt die Offerte jedoch ab. Die Aktien von Delta Air Lines gaben 2,0 Prozent ab, nachdem die Fluggesellschaft Zahlen für November veröffentlicht hat. So habe die Auslastung bei 84,2 Prozent gelegen, gegenüber 87 Prozent im Vorjahr. Auch andere Luftfahrtaktien geben im Gefolge nach. American Airlines fielen um 2,8 Prozent und United Airlines um 3,0 Prozent.

Yen profitiert von Unsicherheit

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Am Devisenmarkt war der Yen ein Profiteur der gestiegenen Unsicherheit rund um die neuen und alten Handelskonflikte. Die japanische Währung gilt als sicherer Hafen. Der Dollar rutschte im späten US-Handel auf 108,64 Yen ab, nachdem er am Montag im Hoch noch bei 109,73 Dollar gelegen hatte. Das Pfund zeigte sich weiter im Aufwind und kletterte im Tageshoch auf 1,3011 Dollar. Gestützt wurde die Devise von einer neuen Meinungsumfrage zu den bevorstehenden Unterhauswahlen, die den Vorsprung der Konservativen vor Labour weiter wachsen sieht.

Der Goldpreis kletterte auf den höchsten Stand seit rund einem Monat. Die Handelsspannungen hätten sich wieder verschärft und verschafften damit dem Edelmetall verstärkten Zulauf, hieß es. Der Preis für die Feinunze erhöhte sich um 1,0 Prozent auf 1.477 Dollar. Die Ölpreise bewegten sich jedoch in recht engen Spannen. Die Trump-Aussagen drückten die Notierungen nur kurzzeitig ins Minus. Gestützt wurden die Preise dagegen vom schwachen US-Dollar. Zudem sind die Blicke auf das Opec-Treffen in dieser Woche gerichtet. Hier besteht die Hoffnung, dass die bestehenden Fördermengenkürzungen ausgeweitet werden könnten. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 0,6 Prozent auf 56,32 Dollar. Brent gewann 0,1 Prozent auf 60,98 Dollar.

Quelle: n-tv.de, jpe/rts/DJ