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Marihuana wird zum Ladenhüter Anbieter werden ihr Cannabis nicht los

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Das Kiffer-Stigma hat Geldgeber lange zögern lassen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der boomende Marihuana-Markt ist völlig übersättigt. Neue Daten aus Kanada zeigen: Inzwischen bauen weit mehr Unternehmen Cannabis an, als es dafür Käufer gibt. Das Überangebot drückt nicht nur die Margen, sondern verstimmt auch die Aktionäre.

Seit medizinisches Cannabis in Deutschland erlaubt ist, herrscht in der Startup-Szene ein regelrechter Hanf-Hype. Junge Unternehmer sammeln jede Menge Geld von namhaften Investoren ein. Die üppigen Finanzspritzen zeigen: Cannabis hat sich erfolgreich vom Rauschmittel zum Heilmittel gewandelt, Berührungsängste gibt es nicht mehr. Experten von der Beratungsfirma Prohibition Partners schätzen, dass der Markt für medizinisches Cannabis bis zum Jahr 2028 europaweit um insgesamt 55 Milliarden Euro ansteigen könnte.

In Kanada hat man mit der Legalisierung von Cannabis gute Erfahrungen gemacht. Neue Daten des "Government of Canada", die dem Nachrichtenportal Kryptoszene.de vorliegen, zeigen allerdings: Anscheinend bauen weitaus mehr Unternehmen das "grüne Gold" an, als es dafür Abnehmer gibt. Im August dieses Jahres waren knapp 330.000 Kilogramm eingelagert. Der Markt verkauft mit knapp 13.000 Kilogramm nur ein Zehntel der Produktionsmenge.

Die Auswertung der Daten zeigt auch, dass die Kluft zwischen den Lagerbeständen Monat für Monat beträchtlich zunimmt. Die verfügbare Cannabis-Menge steige stark an, die Verkaufszahlen allerdings nur geringfügig. Im August habe es ein Überangebot von rund 315.000 Kilogramm gegeben, schreibt Kryptoszene.de. Und Kanada ist keine Ausnahme: Auch in den USA werden Anbieter ihr Cannabis nicht los. Alleine im US-Bundesstaat Oregon lagern derzeit 450.000 Kilogramm.

 

Canopy Growth
Canopy Growth 15,78

"Das Überangebot ist augenscheinlich, auf mittel- bis längerfristige Sicht scheint ein Rückgang des Preises für Cannabis daher nahezu unausweichlich", zitiert das Nachrichtenportal seinen Analysten Rapahel Lulay. Zumindest dann, wenn die Nachfrage nicht bald sprunghaft ansteige oder die Konzerne nicht an ihrer Unternehmenspolitik ändern würden und die Produktion auf diesem Niveau bleibe. "Dies könnte nicht zuletzt die Margen erheblich drücken und damit sowohl für Unternehmen als auch für Cannabis-Aktionäre zu einem Problem werden."

Das legen auch die Zahlen von Kanadas größtem Cannabis-Hersteller Canopy Growth nahe. Das Unternehmen hat im vergangenen Quartal mehr Verlust gemacht als erwartet - von Juli bis September 375 Millionen kanadische Dollar (251 Millionen Euro). "Die beiden vergangenen Quartale waren für die Cannabis-Branche in Kanada herausfordernd", sagte Canopy-Growth-Chef Mark Zekulin. "Wir glauben aber, dass diese Schwierigkeiten in dieser ganz neuen Branchen nur vorübergehend sind." So hätten die kanadischen Provinzen deutlich weniger medizinisches Cannabis verkauft als erwartet. Zekulin hofft nun auf das Geschäft mit Cannabis-Lebensmitteln wie Schokolade oder Getränken. Der Verkauf soll im Dezember starten. 

Quelle: ntv.de, jki