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Streit um Mitbestimmung N26-Gründer gibt sich versöhnlich

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Die Stimmung innerhalb der Smartphone-Bank soll schon seit einiger Zeit sehr schlecht sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erstmals seitdem der Streit um einen Betriebsrat bei der Smartphone-Bank N26 eskaliert ist, äußert sich jetzt Gründer Valentin Stalf in einem Interview. Das Unternehmen stehe nach wie vor hinter der Entscheidung, gerichtlich gegen die Versammlung vorzugehen. Der 34-Jährige gesteht aber auch Versäumnisse ein.

N26-Chef Valentin Stalf hat Fehler beim Vorgehen seines Unternehmens gegen Versuche einer Betriebsratsgründung eingestanden. Nachdem sich der 34-Jährige bereits in der vergangenen Woche in einem Linkedin-Post entschuldigt hatte, schlägt das Unternehmen jetzt versöhnliche Töne an. "Ich muss anerkennen, dass wir in der Vergangenheit offensichtlich nicht genau zugehört haben", sagt er dem Branchenportal "Finance Forward". Er unterstütze einen Betriebsrat und bedauere, dass die Diskussion öffentlich bislang so konfrontativ geführt worden sei. Für ihn sei die "Betriebsratsinitiative ein Weckruf gewesen, das Mitarbeiterfeedback noch ernster zu nehmen".

Die einstweilige Verfügung, die das Unternehmen in der vergangenen Woche wegen Corona-Hygienebedenken erwirkt hatte, verteidigt Stalf hingegen. Den Vorwurf einer Verhinderungstaktik weist er deutlich zurück. "Das hat nichts mit meiner Meinung zu einem Betriebsrat zu tun, sondern mit unserer Verantwortung als Arbeitgeber gegenüber unseren Mitarbeitern und deren Gesundheit."

Die Stimmung innerhalb der Belegschaft soll schon seit einiger Zeit sehr schlecht sein. In einem offenen Brief hatte eine Gruppe von 30 Mitarbeitern der Chefetage vorgeworfen, die Gehälter seien ungleich verteilt und nicht transparent. "Das Vertrauen und die Zuversicht in das Management von N26, dass es das Wohlergehen der gesamten Belegschaft gewährleistet, sind auf einem historischen Tiefstand", hieß es darin.

Laut Stalf ließe sich eine "Unzufriedenheit beim Gehaltsgefüge" nicht immer vermeiden. "Man ist nicht immer mit dem eigenen Gehalt zufrieden", sagt Stalf "Finance Forward". Es gebe "ganz klare Gehaltsbandbreiten" für jede Position und die Smartphone-Bank arbeite zudem mit externen Firmen zusammen, die jedes Jahr Gehaltsstudien erstellen. "Unsere Gehälter werden jährlich überprüft, nicht zuletzt, weil wir ja auch die Mitarbeiter im Unternehmen halten wollen und neue Mitarbeiter gewinnen wollen", sagt Stalf.

Quelle: ntv.de, jki