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Ein Schwerpunkt des neuen VW Polo liegt in der Digitalisierung.
Ein Schwerpunkt des neuen VW Polo liegt in der Digitalisierung.(Foto: picture alliance / Kay Nietfeld/)
Freitag, 16. Juni 2017

"Der spielt in anderer Liga": Weltpremiere für den neuen VW Polo

Von Axel F. Busse

Nach fünf Generationen und 14 Millionen verkauften Fahrzeugen startet der neue VW Polo zur Aufholjagd. Zuletzt hatte er den Titel des beliebtesten Kleinwagens in Europa an den Ford Fiesta verloren. Mit mehr Platz, Sicherheit und Digitalisierung soll sich das ändern.

Hunderte Fachjouurnalisten waren zur Weltpremiere des VW Polo nach Berlin geladen.
Hunderte Fachjouurnalisten waren zur Weltpremiere des VW Polo nach Berlin geladen.(Foto: picture alliance / Kay Nietfeld/)

Hundertschaften internationaler Fachjournalisten verfolgten das Spektakel, bei dem Markenchef Dr. Herbert Diess die gewünschte Position des neuen Produkts selbstbewusst beschrieb: "Der spielt in einer anderen Liga", meinte der Manager im Hinblick auf Abmessungen, Platzangebot und elektronischer Zusatzausstattung. Zum Beispiel erhalte der Polo als erstes Fahrzeug im gesamten Konzern das digitale Cockpit der zweiten Generation, von dem sich der Hersteller bessere Übersicht und einfachere Bedienung verspricht. Das aktive Informations-Display ist in ein komplett neues Cockpit-Layout eingebettet, in dem die Anzeigen hinter dem Lenkrad und über der Mittelkonsole zu einer baulichen Einheit zusammen gefasst sind.

In der komplett in englischer Sprache gehaltenen Präsentation lieferte der VW-Vorstand gleich noch den Slogan mit, der den Wagen als "starke Säule" im Modellangebot begehrenswert machen soll. Der Polo sei "a great small car", wobei 81 Millimeter mehr Außenlänge und 94 Millimeter mehr Radstand das Gewicht zugunsten der Vokabel "groß" zu verschieben scheinen. Inzwischen überragt der Polo den ersten VW Golf um nahezu 30 Zentimeter. Motoren in der Leistungsbreite von 65 bis 200 PS werden den Kunden angeboten, wobei die stärkste Variante wie gewohnt das Kürzel "GTI" tragen wird.

Diesel bleibt im Angebot

351 statt bisher 280 Liter Kofferraumvolumen bietet der neue Polo.
351 statt bisher 280 Liter Kofferraumvolumen bietet der neue Polo.(Foto: Axel F. Busse)

In der Anordnung "TGI" kennzeichnen diese Buchstaben ein Novum in der Antriebsauswahl des Polos. Der erst vor wenigen Wochen auf dem Motoren-Symposium in Wien vorgestellte Dreizylinder-Erdgasmotor feiert hier seinen Einzug in die Serie. Er leistet 90 PS und soll mit 3,1 Kilogramm des Treibstoffs auskommen. Volkswagen hatte den Erdgasantrieb erst jüngst wiederentdeckt, bietet diese Variante doch die Chance, die CO2-Emissionen der Flotte zu minimieren, falls der Dieselmotor auf lange Sicht nicht mehr zur Massenmobilität taugen sollte. Freilich bleiben Selbstzünder im Angebot und bekommen zur Abgasreinigung einen SCR-Katalysator, laut Diess "einzigartig in diesem Segment".

Bestmögliche Raumausnutzung ist von jeher das Ziel der Kleinwagendesigner, weshalb Dr. Frank Welsch nicht vergaß darauf hinzuweisen, dass 70 Liter mehr Kofferraum (jetzt 350 Liter) und zwischen 15 und 20 Millimeter mehr Kopffreiheit für die Insassen zur Verfügung stünden. "Und das bei geringerer Gesamthöhe", so der Entwicklungschef. Mit seinem Sortiment an digitalen Segnungen sucht der Polo Anschluss an Mittel- und Oberklasse. Notbremsassistent, Fußgänger-Erkennung, Toter-Winkel-Überwachung – alles ist lieferbar, sofern man es sich leisten kann und will. Ab 12.795 Euro beginnen die Preise, doch ein nicht geringer Teil der Absätze dürfte im Bereich jenseits von 20.000 Euro angesiedelt sein.

Das "großartige kleine Auto" wird, laut Walter Diess in seiner GTI-Variante unter anderem mit dem Mini Cooper S und den leistungsstarken Versionen des Audi A1 konkurrieren. Der Premium-Anspruch der Wolfsburger ist damit definiert. Für das andere Ende der Modellskala kündigte der Markenvorstand an, in drei Jahren werde man bereits 19 Sport-Utility-Vehicles (SUV) im Sortiment haben. Diese Modelloffensive diene vor allem einem Zweck: "Die Marke Volkswagen wieder glänzen" zu lassen.

Quelle: n-tv.de

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