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Mittwoch, 20. Dezember 2017

Eingefrorener Embryo: 26-Jährige bekommt "25-jähriges Baby"

Im Oktober 1992 frieren Wissenschaftler in den USA einen Embryo ein. Anfang 2017 wird er aufgetaut und einer jungen Frau eingepflanzt - neun Monate später kommt "Rekord-Baby" Emma auf die Welt.

Als Tina und Benjamin Gibson vor sieben Jahren heirateten, wussten sie, dass sie keine eigenen Kinder bekommen würden. Zumindest nicht auf natürlichem Wege. Das Paar aus dem Osten Tennessees beschloss, irgendwann ein Kind zu adoptieren. Doch dann kam alles anders.

Am 25. November 2017 erblickte ihre Tochter Emma Wren das Licht der Welt. 50 Zentimeter groß, drei Kilo schwer und der ganze Stolz ihrer Eltern. So weit, so normal. Doch die Geburt des kleinen Mädchens macht international Schlagzeilen: Denn was an jenem Samstag in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat Tennessee stattfand, gleicht einem medizinischem Wunder und ist zudem ein Weltrekord.

Wie der Sender CNN berichtete, hatte sich die Mutter des Kindes im März dieses Jahres im National Embryo Donation Center in Knoxville einen Embryo einpflanzen lassen. Was Gibson damals nicht wusste: Der Embryo war bereits seit 24 Jahren - seit dem 14. Oktober 1992 - eingefroren. Damit ist er der älteste gefrorene Embryo, der je zu einer erfolgreichen Geburt geführt hat. Der bisherige Rekord liegt bei 20 Jahren. 2010 hatte eine 42-jährige US-Amerikanerin einen kleinen Jungen zur Welt gebracht, der aus einem fast 20 Jahre lang eingefrorenen Embryo herangewachsen war.

Allerdings wisse niemand endgültig über das Alter dieser Schneebabys Bescheid, zitiert CNN den Experten Zaher Merhi vom New Hope Fertility Center in New York, der mit dem jüngsten Fall nichts zu tun hatte. "Den ältesten bekannten Embryo zu identifizieren, ist einfach unmöglich". Denn Unternehmen müssten der Regierung gegenüber nicht angeben, wie alt ein eingepflanzter Embryo ist. Nur die Geburt müsse gemeldet werden. "Niemand hat diese Daten."

"Sie ist ein kostbares Weihnachtsgeschenk"

Die Eltern waren den Angaben zufolge selbst überrascht, als sie vom Alter des Embryos erfuhren. Die Mutter, Tina Gibson, war zu dem Zeitpunkt gerade selbst 25 Jahre alt. "Dieser Embryo und ich, wir hätten beste Freundinnen sein können."

Den Rekord interessiert die Eltern nicht. "Ich wollte bloß ein Baby haben. Mir ist es egal, ob das ein Weltrekord ist oder nicht", sagt Tina Gibson und fügt hinzu: "Wir sind einfach so dankbar und gesegnet. Sie ist ein kostbares Weihnachtsgeschenk." Der Vater sagte, obwohl er keine Gene mit ihr teile, empfinde er die kleine Emma wie sein eigenes Kind. "Emma ist ein solch süßes Wunder", schwärmte der 33-Jährige. "Ich finde, sie sieht ziemlich perfekt aus dafür, dass sie all diese Jahre eingefroren war".

Wer 1992 den Embryo spendete, blieb bislang unbekannt. Laut CNN handle es sich um eine anonyme Spenderin.  Er sei so lange aufbewahrt worden, bis er von jemandem genutzt werden konnte, der selbst auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen konnte.

Quelle: n-tv.de