Panorama

Verbotene Stereoanlage an Bord Amische betrinken sich in Pferdekutsche

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Hauptfortbewegungsmittel der Amischen in den USA ist die Pferdekutsche.

(Foto: REUTERS)

Don't drink and drive: Dieses Motto gilt für Amische eigentlich im doppelten Sinne, denn in der Glaubensgemeinschaft ist Alkohol verpönt. Zwei Männer hält das in Ohio aber nicht von einer promillehaltigen Spritztour mit der Pferdekutsche ab - in der sich noch weitere eigentlich verbotene Dinge befinden.

Die Amischen in den USA leben ein einfaches, bäuerliches und frommes Leben. Elektrizität, Autos, Alkohol, Telefone, Reißverschlüsse, Luxusgüter: das alles ist in den meisten Gemeinden der täuferisch-protestantischen Glaubensgemeinschaft verboten - zumindest theoretisch. Polizisten in North Bloomfield im US-Bundesstaat Ohio staunten deshalb nicht schlecht, als sie auf zwei Amische in deren traditionellem Fortbewegungsmittel, der Pferdekutsche, trafen - die sich während der Fahrt ein Bierchen genehmigten. Leere Flaschen auf dem Dach des Gefährts ließen darauf schließen, dass es sich dabei nicht um das erste Bier handelte. Im Inneren der Kutsche entdeckten die Polizisten laut "New York Post" sogar noch eine "massive Stereoanlage", die die Männer verbotenerweise in das Gefährt gebastelt hatten.

Als die Polizisten den aus Sicht der Amischen doppelten Tabubruch entdeckten, sprangen die beiden Männer von der Kutsche und flohen in einen nahegelegenen Wald. Ihre Pferde, die die Kutsche weiter die Straße hinabzogen, ließen sie demnach zurück. Die Tiere wurden schließlich gestoppt und versorgt, die Kutsche abgeschleppt.

Die Amischen siedelten im 18. Jahrhundert aufgrund von religiöser Verfolgung von Mitteleuropa - vor allem aus der Schweiz und Süddeutschland – nach Nordamerika über. Sie haben ihre Wurzeln in der reformatorischen Täuferbewegung, ihr Name leitet sich von Gründer Jakob Ammann ab. Heute leben etwa 250.000 Amische in den USA und Kanada, davon der Großteil in Ohio und Pennsylvania.

Obwohl sich viele Mitglieder bis heute strikt an die Verbote der Glaubensgemeinschaft halten, berichteten US-Medien in den vergangenen Jahren immer wieder über Fälle von Alkoholmissbrauch in der Kutsche und daraus resultierenden Unfällen. So wurde im vergangenen Jahr ein junger Amisch in Ohio festgenommen, der mit seiner Kutsche und zehn Bier im Blut über Stoppschilder raste. Im Juli wurde ein 34-Jähriger in Kentucky festgenommen, weil er unter dem Einfluss von Alkohol mit seiner Kutsche ein Auto rammte.

Quelle: ntv.de, ftü