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Hochwasserkatastrophe im Ahrtal Amt schlug Stunden vor Flutwelle Alarm

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den früheren Landrat des Kreises Ahrweiler.

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Bei der Sturzflut im Ahrtal verloren 134 Menschen ihr Leben, 744 weitere wurden verletzt. Hätten die Opfer der Hochwasserkatastrophe gerettet werden können? Das Landesamt warnte vor einem Pegelanstieg - und zwar Stunden vor dessen Höhepunkt.

Am Tag der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal hat das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU) um 15.26 Uhr und damit Stunden vor dem Höhepunkt der Flutwelle am unteren Flussverlauf vor einem extremen Pegelanstieg auf 5,19 Meter gewarnt. Das geht aus einer Antwort des rheinland-pfälzischen Innenministeriums auf eine Anfrage der AfD-Fraktion hervor.

Um 17.17 Uhr erreichte die Warnung der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) des Landesamts für den Pegel Altenahr demnach die höchste Stufe 5. Die Warnung sei über das Internet und die Warn-App Katwarn erfolgt. Nach einer vorübergehend wieder etwas niedrigeren Prognose wurde laut der Auflistung des Ministeriums schließlich auf der Hochwasserseite im Internet um 19.57 Uhr vor einem Pegelanstieg auf 6,81 Meter gewarnt, um 20.43 Uhr sogar vor 6,92 Metern. Darüber hinaus habe das LfU nach dem Erreichen der höchsten Warnstufe E-Mails mit Hochwasserinformationen an die Kreisverwaltung Ahrweiler verschickt. Darin sei auf die Gefahr hingewiesen worden, dass die Pegel in Müsch, Altenahr und Bodendorf "in den nächsten fünf Stunden" die vom Kreis festgelegten Warnwerte überschreiten könnten, teilte das Ministerium mit.

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Die Frage, welche Warnung zu welchem Zeitpunkt bekannt war, gehört zu den zentralen Themen bei der Aufarbeitung der Flutkatastrophe und der Suche nach möglichem Versagen von Behörden. Bei der Sturzflut am 14./15. Juli kamen 134 Menschen im Ahrtal ums Leben, 744 weitere wurden verletzt.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen den ehemaligen Landrat des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler, und ein weiteres Mitglied seines Krisenstabes. Dabei geht es um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen wegen womöglich zu später Warnungen und Evakuierungen. Der Landtag hat einen Untersuchungsausschuss zur Klärung der Ereignisse eingesetzt.

Quelle: ntv.de, chl/dpa

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