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Dienstgeheimnisse weitergegeben Beamte im Visier der Anti-Mafia-Ermittlungen

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In NRW wurden bei der Razzia 24 der europaweit 65 Objekte durchsucht.

dpa

Die Razzien gegen die 'Ndrangheta versetzen der Mafia einen herben Schlag. Dabei zeigt sich: Der Clan unterwandert auch den öffentlichen Dienst. Polizisten und Regierungsbeschäftigte sollen illegal Informationen an mutmaßliche Mafiosi oder deren Helfer weitergeben.

Die Anti-Mafia-Ermittlungen der Behörden erstrecken sich in Nordrhein-Westfalen auch auf Beamte. Es werde gegen fünf Beschuldigte wegen Verrats von Dienstgeheimnissen ermittelt, sagte eine Sprecherin der Duisburger Staatsanwaltschaft.

Dabei handele es sich um zwei Polizisten, eine Regierungsbeschäftigte der Polizei, eine Mitarbeiterin der bei Köln gelegenen Stadt Wesseling und eine ehemalige Mitarbeiterin der Stadt Duisburg. Sie alle sollen illegal Informationen an mutmaßliche Mafiosi oder deren Helfer weitergegeben haben.

Um welche Informationen es sich handelt, wollten die Ermittler nicht preisgeben. Bei der internationalen Anti-Mafia-Razzia mit dem Decknamen "Pollino" war Nordrhein-Westfalen einer der Schwerpunkte der Ermittler. 23 Objekte waren in NRW durchsucht worden. Dem Oberstaatsanwalt von Duisburg, Horst Bien, zufolge wurden vor allem in NRW Vermögenswerte von mehreren Millionen Euro vorläufig beschlagnahmt. Einer der Hauptverdächtigen wurde in Pulheim bei Köln festgenommen. Es handelte sich um einen 45-jährigen Gastwirt. Er wird der Mafiagruppe 'Ndrangheta zugerechnet.

Die kalabrische 'Ndrangheta gilt als mächtigste italienische Mafia-Organisation. Sie dominiert den Drogenschmuggel nach Europa und ist auch in Deutschland aktiv.Bei den Razzien gegen die 'Ndrangheta hatten Ermittler in Deutschland und anderen Staaten fast 90 Verdächtige festgenommen. Bei den Vorwürfen geht es um Drogenhandel, vor allem mit Kokain, und Geldwäsche. In Deutschland werde im Rahmen der Operation gegen 47 Beschuldigte ermittelt. An den Durchsuchungsaktionen in Deutschland waren rund 440 Beamte von Bundeskriminalamt und Bundespolizei beteiligt. Das BKA nahm 14 Personen in Deutschland fest, sechs davon wegen Haftbefehlen aus Italien, Belgien und den Niederlanden.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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