Panorama

Tote Kinder in Koffer Behörden suchen Mutter in Südkorea

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Die Leichen der Kinder lagen unter zurückgelassenem Hausrat verborgen.

(Foto: AP)

Eine neuseeländische Familie findet nach einer Auktion in den ersteigerten Koffern menschliche Körperteile, die offenbar von zwei Kindern stammen. Die Ermittlungen führen die Polizei nach Südkorea, dort vermuten sie auch die Mutter der Kinder.

Die südkoreanische Polizei hat nach eigenen Angaben die Mutter der in einem Koffer tot aufgefundenen Kinder identifiziert. Der Fall beschäftigt die Behörden in Neuseeland seit mehr als zwei Wochen. Am 11. August hatte eine Familie bei einer Online-Auktion eine ganze Anhängerladung voller Hausrat ersteigert. Unter den Gegenständen, die aus einem Lagerhaus stammten und deren Besitzer nicht mehr ermittelt werden konnten, waren auch zwei Koffer. In ihnen entdeckte der Familienvater menschliche Körperteile.

Seitdem haben die örtlichen Behörden bereits einige Erkenntnisse gewonnen. Zunächst teilte Detective Inspector Tofilau Faamanuia Vaaelua mit, dass es sich bei den Toten um Kinder handelt. Ihr genaues Alter ließ sich bisher nicht feststellen, aber es werde angenommen, dass sie zwischen fünf und zehn Jahren alt waren, so der Ermittler. In einer ersten Stellungnahme sagte Vaaelua zudem, es sei möglich, dass ihre Familien bisher nicht wüssten, dass die Kinder tot seien.

Man gehe davon aus, dass die beiden Kinder bereits vor "einigen Jahren" gestorben seien. Die beiden Koffer wurden vermutlich drei bis vier Jahre in einem Schließfach im Safe Store Papatoetoe aufbewahrt. Vaaelua äußerte sich zu diesem Zeitpunkt nicht dazu, ob die Kinder verwandt waren und welches Geschlecht sie hatten. Auch zur Todesursache hielt sich der Ermittler bedeckt und verwies auf die noch ausstehenden Obduktionsergebnisse.

Spur nach Südkorea

Die brachten dann an den Tag, dass die Kinder asiatischer Herkunft waren. Später wird dann klar: Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Verbindungen nach Südkorea. In ersten, vorsichtigen Einschätzungen geben die Ermittler bekannt, man habe Verwandte der Kinder ausfindig machen können.

Inzwischen steht fest, dass die Behörden glauben, die Mutter der Kinder identifiziert zu haben. Ein Beamter der südkoreanischen Polizei bestätigte dies dem US-Sender CNN. Bei der gesuchten Frau handelt es sich demnach um eine Neuseeländerin, die früher einmal die südkoreanische Staatsbürgerschaft hatte. Sie habe in Neuseeland jahrelang unter einer Adresse gewohnt, die mit dem Fall in Verbindung stehe. Angesichts ihres Alters wird vermutet, dass sie die Mutter sein könnte.

Die Frau soll 2018 in Südkorea eingereist sein. Es gebe jedoch keine Dokumente, die belegten, dass sie wieder ausgereist sei, hieß es. Der Beamte nannte aber weder den Namen der Frau noch andere identifizierende Details. Er ließ auch offen, ob sie in Südkorea geboren wurde. Wo sie sich gegenwärtig befindet, ist unklar.

Kein Vermisstenfall?

Der Fall der beiden toten Kinder beschäftigt inzwischen auch die Internationale Polizeibehörde Interpol. Wenn die Frau eindeutig als Verdächtige identifiziert wird und ein Haftbefehl besteht, soll gegen die Frau ein Auslieferungsverfahren beantragt werden. Da sie jedoch jetzt keine südkoreanische Staatsbürgerin mehr ist, brauchen die dortigen Behörden einen neuseeländischen Gerichtsbeschluss, um den genauen Aufenthaltsort der Frau zu bestimmen.

Noch sind weitere Fragen offen. Unklar ist bisher unter anderem, ob die Kinder vor ihrem Tod die Schule oder andere Betreuungseinrichtungen in Neuseeland besucht hatten. Dann hätte ihr Verschwinden auffallen müssen. Auch, ob es weitere Familienmitglieder gab, die ständig oder zeitweise mit der Mutter und den Kindern lebten, ist noch nicht bekannt.

Die koreanische Gemeinde in Neuseeland reagierte schockiert auf die bisherigen Enthüllungen. Diane Lee, die Co-Präsidentin der Korea-NZ Cultural Association, sagte in einer Stellungnahme, jeder in der koreanischen Gemeinde sei traurig und bete für die "unschuldigen Kinder". Niemand sei mit der betreffenden Familie bekannt gewesen.

Quelle: ntv.de, sba

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