Panorama

Taliban um Hilfe gebeten Brite will 150 Tiere aus Kabul evakuieren

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Paul Farthing hat nach dem Ende seine Offizierskarriere bei der Royal Marine ein Tierheim in Kabul gegründet.

(Foto: imago images/Pixsell)

Ohne seine Tiere und sein Team will Tierheim-Gründer Paul Farthing Afghanistan nicht verlassen. Ein gechartertes Flugzeug soll den Trupp aus Kabul retten - aktuell steckt er vor dem Flughafen fest. Für seine "Arche" getaufte Mission wendet sich Farthing deshalb jetzt an die Taliban.

Ein britischer Marine-Veteran hat auf Twitter einen Taliban-Sprecher um ein sicheres Durchkommen für mehr als 150 Katzen und Hunde zum Flughafen in Kabul gebeten. "Mein Team und meine Tiere stecken am Umfeld des Flughafens fest. Wir haben einen Flug, der auf uns wartet. Können Sie bitte für sicheres Geleit für unseren Konvoi in den Airport sorgen?", schrieb Paul "Pen" Farthing direkt an Taliban-Sprecher Suhail Schahin gerichtet.

Farthing gründete nach seinem Einsatz bei der britischen Royal Marine vor einigen Jahren ein Tierheim in Kabul. Nach Angaben auf der Webseite des Tierheims habe Farthing während seines Einsatzes gemerkt, dass nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere in Afghanistan seine Hilfe bräuchten.

Nach der Machtübernahme in Afghanistan durch die Taliban hatte Farthing angekündigt, die Mitarbeiter seines Tierheims und auch über 150 Hunde und Katzen aus dem Land evakuieren zu wollen. Dafür startete er eine Social-Media-Kampagne mit dem Namen "Operation Ark" (Operation Arche) und chartete mithilfe von Unterstützern aus Großbritannien sogar ein eigenes Flugzeug, um die Evakuierung zu gewährleisten. Der Veteran kündigte an, auch weitere Menschen in dem Flugzeug mitnehmen zu wollen - die Tiere sollen im Frachtraum nach Großbritannien reisen. Laut der britischen BBC soll sich das Flugzeug am Abend aus London auf dem Weg nach Kabul machen. Dem Sender sagte Farthing, ohne sein Team und seine Tiere werde er Afghanistan nicht verlassen.

Britischer Verteidigungsminister sichert Unterstützung zu

Für die geplante Evakuierung bat der Veteran darum auch den britischen Verteidigungsminister Ben Wallace um Unterstützung. Noch am Dienstag hatte Wallace das Gesuch abgelehnt und gesagt, er werde nicht Tiere Menschen vorziehen, die sich in echter Gefahr befänden. Einen Tag später schrieb Wallace allerdings auf Twitter: "Wenn er mit seinen Tieren kommt, werden wir einen Slot für sein Flugzeug suchen." Umstritten war zunächst auch, ob die afghanischen Mitarbeiter des Tierheims für eine Evakuierung infrage kommen. Doch auch hier hatte die Regierung in London eingelenkt.

Woher der Sinneswandel bei Wallace kam, blieb zunächst unklar. Spekuliert wurde, die als besonders tierlieb bekannte Frau des Premierministers, Carrie Johnson, könne sich eingeschaltet haben. Regierungschef Boris Johnson wies jegliche Beteiligung von seiner Seite jedoch zurück. Er habe absolut keinen Einfluss auf einzelne Fälle, sagte Johnson zu Journalisten.

Quelle: ntv.de, vdo/dpa

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