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Rassistische D&G-Kampagne Chinesisches Model entschuldigt sich

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Dem Model Zuo Ye ist die Teilnahme an den drei Webclips heute mehr als unangenehm.

Dolce & Gabbana

Im November sorgt eine fragwürdige Webvideo-Serie des italienischen Luxus-Labels Dolce & Gabbana für Negativschlagzeilen. Darin zu sehen: das Model Zuo Ye. Die Chinesin glaubt, die Teilnahme daran habe ihre Karriere ruiniert.

Eine dreiteilige Webvideo-Serie von Dolce & Gabbana, die unter anderem auf Instagram zu sehen war, brachte Ende vergangenen Jahres nicht nur dem Designerlabel in China einen Shitstorm ein. Auch das darin zu sehende Model Zuo Ye sah sich Kritik ausgesetzt.

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In den Clips versucht sie unbeholfen, mit Stäbchen Pizza, Spaghetti und Cannelloni zu essen. Eine Männerstimme erklärt ihr aus dem Off auf Chinesisch, was sie zu tun hat. Immer wieder verspricht er sich, als Verweis darauf, wie schwer Chinesen oft das Englischlernen fällt. Diese rassistische Darstellung von Chinesen habe nicht nur das Label Kunden und Geschäftspartner gekostet, sondern Zuo Ye auch ihre Karriere, glaubt sie.

"Ich liebe mein Land"

Das schrieb das Model jetzt beim größten chinesischen Mikroblogging-Dienst "Weibo" und entschuldigte sich öffentlich für die Teilnahme an der Aktion. Sie habe vorab keine Details zum Inhalt des Clips bekommen, so Zuo Ye. Während der dreistündigen Dreharbeiten habe sie dem Regisseur ihre Bedenken geäußert. Heute schäme sie sich, trotzdem mitgewirkt zu haben.

"Ich persönlich würde mich niemals meinem Vaterland gegenüber so respektlos äußern. Ich liebe mein Land und bin stolz darauf, China auf dem Laufsteg vertreten zu dürfen. Ich werde daraus meine Lehren ziehen und die Chinesen zukünftig in einem besseren Licht darstellen. Ich entschuldige mich bei all meinen Landsleuten", schrieb sie weiter. Sie habe gehofft, die Zusammenarbeit mit einem international so renommiertem Modelabel würde ihrer Karriere einen Schub versetzen, doch stattdessen habe die Kampagne diese fast ruiniert.

Kryptische Entschuldigung von D&G

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Das Unternehmen Dolce & Gabbana behauptete damals, gehackt worden zu sein. Einen Beweis dafür lieferte es allerdings nicht. Doch sagten sie eine groß angelegte Show in Shanghai ab, nachdem zahlreiche chinesische Promis ihr Fernbleiben angekündigt hatten.

Kurz danach folgte eine öffentliche, wenn auch etwas kryptische Entschuldigung der Designer: "Unsere Familien haben uns immer beigebracht, die verschiedenen Kulturen in aller Welt zu respektieren und deswegen wollen wir euch um Entschuldigung bitten, sollten wir Fehler bei der Interpretation eurer [Kultur] gemacht haben", sagte Domenico Dolce in einem auf Youtube veröffentlichten Video. Geschäftspartner Stefano Gabbana versichert darin, dass "es nie wieder passiert". Wofür genau sie sich entschuldigen, thematisieren Dolce und Gabbana nicht.

Die Italiener machen in China den Großteil ihres Umsatzes, allein 2017 waren es rund 100 Millionen US-Dollar. Chinesische Online-Händler nahmen das Label nach dem Skandal sofort aus ihrem Sortiment. China gilt als einer der größten und am schnellsten wachsenden Märkte für internationale Luxus-Label. Chinesen waren nach einer Studie der Beratung Bain & Company zuletzt für 32 Prozent der weltweiten Luxus-Einkäufe verantwortlich.

Quelle: n-tv.de, nan

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