Panorama

Dem Todesurteil entkommen Christin in Pakistan aus Gefängnis entlassen

84747765.jpg

Nachdem das Todesurteil gegen die Christin aufgehoben worden war, hatte es tagelange Proteste gegeben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die pakistanische Christin Asia Bibi ist frei und damit dem Todesurteil entkommen. Nach neun Jahren im Gefängnis und schweren Protesten nach der Aufhebung des Urteils sitzt sie, laut ihrem Anwalt, bereits im Flugzeug. Wohin es geht, weiß niemand.

Eine Woche nach der Aufhebung ihres Todesurteils ist die Christin Asia Bibi in Pakistan aus dem Gefängnis freigekommen. Seine Mandantin sei "in einem Flugzeug, aber niemand weiß, wo sie landen wird", teilte ihr Anwalt Saif-ul-Malook mit. Bibi saß wegen angeblicher Gotteslästerung neun Jahre im Gefängnis.

In Folge der Aufhebung ihres Todesurteils, hatte es in Pakistan drei Tage lange Massenproteste und Ausschreitungen gegeben. Daraufhin hatte sich die Islamistenpartei Tehreek-e-Labaik (TLP) und die Regierung in Islamabad darauf geeinigt, dass die Islamisten Berufung einlegen durften und Bibi die Ausreise untersagt wurde. "Wir sind nirgendwo sicher", sagte Bibis Ehemann Ashiq Masih der Deutschen Welle. Er appellierte an die Regierung, für ihre Sicherheit zu sorgen. Auch er und die gemeinsamen Töchter seien nicht sicher und wechselten ständig ihren Aufenthaltsort.

Der heute 51-jährige Christin Asia Bibi war vorgeworfen worden, sich bei einem Streit mit muslimischen Frauen in ihrem Dorf abfällig über den Propheten Mohammed geäußert zu haben. Die fünffache Mutter war 2009 festgenommen und im Jahr darauf nach einem umstrittenen Blasphemiegesetz in dem vorwiegend muslimischen Land zum Tode verurteilt worden. Der Fall hatte für internationale Aufmerksamkeit gesorgt.

Blasphemie ist im streng konservativ-islamischen Pakistan ein folgenschwerer Vorwurf. Wegen entsprechender Anschuldigungen verbüßen dort derzeit rund 40 Menschen nach Schätzungen eines US-Ausschusses zur Religionsfreiheit lebenslängliche Gefängnisstrafen oder warten auf ihre Hinrichtung. Immer wieder kommt es zu Lynchmorden wegen Vorwürfen der Gotteslästerung.

Quelle: ntv.de, agr/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen