Panorama

Coronavirus erreicht Süd-Italien Conte: Klinik hat Vorschriften missachtet

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Italien ist binnen kurzer Zeit zum größten Herd des neuartigen Coronavirus in Europa geworden.

(Foto: REUTERS)

Binnen kurzer Zeit wird der Norden Italiens zum Brennpunkt des neuartigen Coronavirus. Für die rapide Ausbreitung macht der italienische Ministerpräsident nun ein Krankenhaus verantwortlich, das die Vorschriften nicht eingehalten haben soll.

Die Ausbreitung des gefährlichen neuartigen Coronavirus in Norditalien ist nach Angaben von Regierungschef Giuseppe Conte auch auf den fehlerhaften Umgang eines Krankenhauses mit dem Erreger zurückzuführen. Eine Klinik habe die Vorschriften nicht eingehalten, dort habe es "ungerechtfertigte Alleingänge" gegeben, sagte Conte im italienischen Fernsehen. Nähere Angaben zu dem Krankenhaus machte er nicht.

Italien ist binnen kurzer Zeit zum größten Herd des neuartigen Coronavirus in Europa geworden. Dort wurde bislang bei knapp 230 Menschen eine Infektion mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 nachgewiesen, sieben Infizierte starben bereits. Die meisten Infektionen wurden in der nördlichen Region Lombardei verzeichnet.

"Mittleres bis hohes" Risiko

Das EU-Parlament forderte derweil Mitarbeiter, die unlängst eine Region mit vielen Coronavirus-Infektionen besucht haben, zur Heimarbeit auf. Auch wenn keinerlei Verdacht auf eine Ansteckung bestehe, sollten die Mitarbeiter mindestens 14 Tage nach Rückkehr nicht ins Parlament kommen, heißt es in einer E-Mail der Parlamentsverwaltung. Zudem sollten sie zwei Mal täglich Fieber messen. Sollten Symptome von Covid-19 auftreten oder Kontakte zu womöglich infizierten Menschen bestanden haben, "kontaktieren Sie bitte Ihren Hausarzt (...) und begeben Sie sich nicht in die Klinik ohne vorherigen telefonischen Kontakt", heißt es in der E-Mail.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sieht derzeit ein "mittleres bis hohes" Risiko, dass sich das Virus auch in anderen EU-Ländern ausbreiten könnte. Neben China, Singapur und Südkorea gelten mittlerweile auch die norditalienischen Regionen Lombardei, Piemont, Emilia-Romagna und Venetien als stark betroffen.

Die EU-Kommission hält es bislang nicht für nötig, aufgrund der Epidemie systematische Grenzkontrollen einzuführen. Italien ist Teil des Schengenraums, in dem es normalerweise keine Ein- und Ausreisechecks gibt. Nach Angaben der Brüsseler Behörde wären vorübergehende Kontrollen wegen des Virus grundsätzlich möglich.

Virus erreicht Italiens Süden

In Italien breitet sich das Coronavirus währenddessen offenbar weiter aus - auch weit in den Süden. Auf Sizilien gibt es den ersten Fall. Eine Frau aus Bergamo in der nördlichen, besonders betroffenen Region Lombardei sei in Palermo positiv getestet worden, erklärte Regionalpräsident Nello Musumeci. Das Ergebnis sei nun nach Rom geschickt worden für eine weitere Bestätigung. Die Frau sei als Touristin mit einer Gruppe unterwegs gewesen.

Italienische Medien meldeten zudem einen ersten Fall in der Toskana.  Außerdem meldete Südtirol den ersten wahrscheinlichen Fall. Bei einem Mann aus Terlan sei der zweite Test positiv gewesen, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Ein dritter Test soll den Fall nun endgültig bestätigen. Der Mann war zuvor in der Lombardei - dem Brandherd des Virusausbruchs.

Quelle: ntv.de, hny/dpa/AFP

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