Panorama

Biontech-Chef macht Hoffnung Corona-Impfstoff bis Dezember möglich

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Ende Juli könnte eine Phase-3-Studie anlaufen, an der 30.000 Menschen teilnehmen sollen.

(Foto: imago images/Panthermedia)

Nachdem erste Tests mit dem Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer erfolgreich waren, erwägt Biontech-Chef Sahin schon für Ende des Jahres eine Zulassung zu beantragen. Millionen Impfdosen könnten zudem vorproduziert werden. Gleichzeitig jedoch bremst der Medizinier die größte Euphorie.

Das deutsche Unternehmen Biontech, das mit Pfizer zusammen einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt, ist zuversichtlich, bis Ende des Jahres die Zulassung beantragen zu können. Schon vorher könnten zudem rund 300 Millionen Impfdosen produziert werden und über eine Milliarde bis Ende 2021, sagte Biontech-Mitbegründer und Geschäftsführer Ugur Sahin dem "Wall Street Journal".

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Ugur Sahin ist Mitgründer des Unternehmens Biontech.

(Foto: imago/Sämmer)

Biontech, ursprünglich auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert, ist eines von 17 Unternehmen weltweit, die Versuche am Menschen mit einem Impfstoff gegen Covid-19 begonnen haben. Das in Mainz ansässige Unternehmen verwendet eine experimentelle Technologie, die als RNA- bzw. mRNA-Boten bekannt ist.

Bei ersten Tests in den USA entwickelten Probanden bereits wirksame Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2. Das hatten Biontech und Pfizer bereits am Mittwoch mitgeteilt. Unklar ist noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen. Das soll nun in einer Phase-3-Studie geklärt werden, an der 30.000 Personen teilnehmen sollen.

Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Behörden rechnet Biontech damit, dass die Phase-3-Studie Ende Juli beginnen und voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein kann. Bei erfolgreichem Studienausgang wolle das Unternehmen dann weltweit bei den Aufsichtsbehörden eine Zulassung des Impfstoffs beantragen.

Die Partnerschaft mit Pfizer in den USA und anderen internationalen Unternehmen wie der chinesischen Shanghai Fosun Pharmaceutical soll es ermöglichen, schnell eine große Menge an Impfstoffdosen für den globalen Markt herzustellen. Biontech testet potenzielle Impfstoffe auch in Deutschland. Es hatte hierzulande als erstes Unternehmen die Genehmigung des Paul-Ehrlich-Instituts bekommen.

Sahin dämpfte dennoch die Erwartungen, die an einen Impfstoff geknüpft werden. Auch wenn mehrere Impfstoffe zur gleichen Zeit zur Verfügung stünden, könne es zehn Jahre dauern, bis eine weltweite Immunität gegen Sars-Cov-2 erreicht ist. "Ich gehe davon aus, dass wir mit diesem Virus erst durch sein werden, wenn mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung durch eine Infektion oder einen Impfstoff immunisiert wurden", sagte Sahin.

Quelle: ntv.de, jug/DJ/dpa