Panorama

Kampf gegen Clans Das hat die Großrazzia in NRW gebracht

115607971.jpg

Auch Herbert Reul (CDU, r.), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, war bei der Razzia zugegen.

(Foto: picture alliance/dpa)

In NRW durchsuchen etwa 1300 Beamte bei einem nächtlichen Einsatz etliche Einrichtungen wie Shisha-Bars und Wettbüros. Ihr Ziel: Ein Zeichen gegen Clankriminalität setzen. Nun geben die Ermittler die Bilanz ihres Einsatzes bekannt.

Bei der groß angelegten Razzia gegen Clankriminalität im Ruhrgebiet sind 14 Menschen festgenommen und mehrere hundert Kilogramm unversteuerter Tabak beschlagnahmt worden. Die Polizei schrieb bei dem nächtlichen Einsatz 100 Strafanzeigen, wie das nordrhein-westfälische Innenministerium nun mitteilte. Zehn Waffen wie verbotene Messer und Teleskopschlagstöcke und mehrere tausend Euro Bargeld seien sichergestellt worden.

Etwa 1300 Einsatzkräfte hatten am Samstagabend zeitgleich unter anderem in Dortmund, Essen, Duisburg, Recklinghausen, Bochum und Gelsenkirchen zugeschlagen. Insgesamt seien mehr als 1500 Menschen und mehr als 100 Shisha-Bars, Wettbüros, Spielhallen und Diskotheken kontrolliert worden. 25 Betriebe mussten von den Behörden wegen Baurechts- oder Hygienemängeln sofort geschlossen werden.

Laut NRW-Innenministerium handelte es sich um die größte Razzia gegen Clankriminalität in der Geschichte des Bundeslandes. Es gehe um den Verdacht der Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit. Der Einsatz dauerte bis in die Morgenstunden.

Mehrere Behörden arbeiten zusammen

Bei der Razzia waren Kräfte von Polizei, Zoll, Gewerbe-, Ordnungs- und Finanzämtern gebündelt worden, damit alle rechtlichen Mittel gegen die kriminellen Clans ausgeschöpft werden. "Die Bekämpfung der Organisierten sowie der Banden- und Clankriminalität ist ein strategischer Schwerpunkt" der Polizei in NRW, erklärte die Polizei.

Landesinnenminister Herbert Reul von der CDU machte sich in mehreren Städten, darunter Bochum und Duisburg, ein Bild von den Einsätzen. "Wir wollen denen in den Clans zeigen, dass wir da sind, dass die Straße nicht denen gehört", sagte Reul in einem von der Essener Polizei verbreiteten Video. Die Behörden wollten "mit kontinuierlicher Arbeit" kriminellen Clanmitgliedern "das Leben schwer machen".

Der Vorsitzende des Bunds Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, hatte vor wenigen Tagen einen Kraftakt gegen Clankriminalität gefordert. Es werde Jahre dauern, um diese Kriminalität ansatzweise in den Griff zu bekommen, sagte er der Zeitung "Die Welt".

Quelle: ntv.de, kpi/dpa/AFP