Panorama

Pro Kopf mehr Abfall Deutsche produzieren mehr Biomüll

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Die Müllabfuhr hat in Deutschland stets viel zu tun.

(Foto: picture alliance/dpa)

Pro Kopf verursachen die Deutschen wieder mehr Müll als im Jahr davor. Doch das hat nichts mit dem Restmüll zu tun - dessen Aufkommen geht seit Jahren zurück. Etwas anderes führt zu dem Anstieg.

Die Abfallmenge in deutschen Privathaushalten ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen: 2019 entsorgte jeder Verbraucher im Schnitt 457 Kilogramm Haushaltsabfälle und damit zwei Kilogramm mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach vorläufiger Erhebung mitteilte. Demnach summierte sich der private Haushaltsmüll auf insgesamt 38 Millionen Tonnen in Deutschland, 0,8 Prozent mehr als im Jahr 2018.

Der leichte Anstieg ist den Angaben zufolge "fast ausschließlich" auf Biomüll zurückzuführen: Demnach nahm die Menge an Bioabfällen pro Kopf um zwei Kilogramm auf 122 Kilogramm zu. Beim Restmüll gab es dagegen einen geringfügigen Rückgang um ein Kilo im Vergleich zum Vorjahr. Dieser machte 2019 mit 156 Kilogramm pro Verbraucher den größten Anteil des Haushaltsmülls aus, gefolgt von Wertstoffen, der wie im Vorjahr bei 146 Kilogramm lag. Die Statistiker zählten auch Sperrmüll mit einer Menge von 31 Kilogramm pro Kopf zu den Haushaltsabfällen, außerdem Sondermüll wie Batterien und Farben.

Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass das Restmüllaufkommen pro Kopf seit 2004 nahezu kontinuierlich gesunken ist. In jenem Jahr waren noch 175 Kilogramm zusammengekommen. Die Gesamtmüllmenge pro Kopf stieg dagegen etwas. Sie lag 2004 noch bei 449 Kilogramm. Der größte Teil des Müllaufkommens von deutlich über 400 Millionen Tonnen in Deutschland kommt aber nicht aus den Haushalten, sondern aus der Industrie, wie es im aktuellen "Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft" heißt.

Dieses Jahr dürfte es noch mehr werden

Im laufenden Jahr zeichnet sich bereits ab, dass die Corona-Krise für mehr Müll sorgt. So haben die Müllabfuhren deutlich mehr Glas und Plastik eingesammelt als zuvor. Die Mengen dieser beiden Abfallarten erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um jeweils rund sechs Prozent, wie eine Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) ergab. Zu Leichtverpackungen gehören neben Kunststoffen unter anderem auch Konserven. Der BDE wies auf ein Problem hin: Viele Menschen schmeißen ihren gebrauchten Mund-Nase-Schutz und Gummihandschuhe in die Gelbe Tonne oder in den Gelben Sack, obwohl sie in den Restmüll gehören.

Wegen der Pandemie gehen die Menschen zum Essen weniger oder gar nicht mehr in Restaurants, stattdessen kaufen sie mehr ein oder bekommen Essen geliefert. Wegen des boomenden Online-Handels fällt zudem mehr Papiermüll in Form von Kartons an. Das Bundesumweltministerium fordert daher mehr Mehrwegverpackungen für solche Lieferungen. Das sei der am stärksten wachsende Bereich im Verpackungsmarkt, und der Trend zum Bestellen im Netz lasse sich nicht zurückdrehen, hieß es Ende Oktober bei einer Mehrweg-Konferenz der Deutschen Umwelthilfe. Daher müsse man Verpackungen einsetzen, die nicht direkt weggeworfen und recycelt würden.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP

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