Panorama

Örtlich nicht unter 25 Grad "Die Nächte können sehr belastend werden"

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Nach einem warmen Sommertag färbt die untergegangene Sonne den Himmel über dem Berliner Dom rötlich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Deutschland stehen heiße Tage bevor. Doch nicht überall wird die Hitze so drückend werden wie im Süden und in der Mitte. Ganz im Norden bleibt es auszuhalten, weiß ntv-Meteorologe Björn Alexander. Dennoch warnt er vor den gesundheitlichen Belastungen durch die Hitze.

Die Hitze trifft Deutschland mit voller Kraft - wo wird es am heißesten?

Die höchsten Temperaturen erwarten die Wettercomputer am Dienstag im Westen. Hier sind stellenweise Spitzenwerte um die 40 Grad möglich. Aber auch der große Rest des Landes bekommt die Wüstenluft zu spüren. Verbreitet geht es nämlich schon rauf auf 32 bis 38 Grad. Einzig die Nordlichter bleiben - insbesondere im Seewind - mit 23 bis 27 Grad spürbar frischer.

Wie geht es danach mit der großen Hitze weiter?

Am Mittwoch verlagert sich die Hitzeblase ostwärts. Der Hotspot liegt im Bereich zwischen Nordbayern, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, über Brandenburg und das östliche Niedersachsen bis rauf nach Mecklenburg-Vorpommern. Hier sind Spitzenwerte von 35 bis 39, vielleicht ebenfalls an die 40 Grad drin.

Und im Westen?

Björn Alexander

ntv-Wetterexperte Björn Alexander.

Kühlt es im Vergleich zum Hitze-Dienstag deutlich ab. Hier sorgen punktuell heftige Gewitter für einen Temperatursturz von bis 10 Grad oder etwas mehr, sodass die Höchstwerte "nur noch" bei 25 bis knapp 30 Grad liegen.

Ein Absturz der Temperaturen mit entsprechend großen Unwettern?

Eine ganz große und flächendeckende Unwetterlage spiegeln uns die Wettermodelle derzeit zwar nicht wider. Punktuell sind von Frankreich und Benelux her aber schwere Gewitter mit der Gefahr von Unwettern durch Starkregen, Hagel und Sturmböen denkbar. Eine Lage, die auf jeden Fall mit Vorsicht zu genießen ist. Denn das Potenzial ist bei einem solchen Ausgangsniveau der Temperaturen natürlich groß.

Stichwort Tropennächte in Deutschland: wie schlaffeindlich werden die Nächte jetzt?

In den Ballungsräumen im Westen heizt es sich natürlich jetzt schon dramatisch auf, sodass bereits die Nacht zum Dienstag gerne mal tropisch, also mit Tiefstwerten nicht unter 20 Grad, verläuft. Das wird sich in der Nacht zum Mittwoch mit zunehmender Schwüle nochmals steigern. Das gilt dann ebenfalls weiter ostwärts sowie generell an den Nordrändern der Mittelgebirge. Selbst Tiefstwerte nicht unter 25 Grad sind stellenweise nicht auszuschließen.

Was macht die bevorstehende Hitze mit der Waldbrandgefahr?

Im Prinzip nichts mehr. Denn die große Trockenheit ist natürlich der Hauptmotor der Waldbrandgefahr. Und die ist vor allem am Dienstag und Mittwoch auf einem vorläufigen Höhepunkt. Dann haben wir in Deutschland verbreitet die höchste beziehungsweise die zweithöchste Gefahrenstufe 4 und 5.

Ist denn ein Ende der großen Trockenheit in Sicht?

Vorerst bleibt die Lage auf jeden Fall kritisch. Regional können zwar Gewitter mal für eine Entspannung sorgen. Aber der ganz große und flächendeckende Regen bleibt - nach jetzigem Stand - im Juli aus. Und auch der August 2022 wird von den experimentellen Langfristberechnungen eher zu trocken bewertet.

Wie sieht es denn mit dem Ende der derzeitigen Hitzewelle aus - sind die Nachrichten hier positiver?

Insbesondere der Süden unseres Landes muss sich bis zum Ende der Woche auf eine Fortdauer der Hitze von Spitzen jenseits der 30 Grad mit bis zu bis 37 oder 38 Grad einstellen. In Kombination mit den zunehmend tropischen Nächten also eine teilweise sehr belastende Situation, während im Norden und der Mitte unseres Landes ab Donnerstag eher normale Sommerwerte zu erwarten sind.

Was kann man denn gegen die Hitze tun?

Jegliche Aufheizung der Räume vermeiden, gezielt Lüften und sich schonen - so gut es eben geht. Gleichzeitig aber natürlich auch genügend trinken und generell den Kreislauf entlasten. Ebenfalls wichtig ist es, andere Menschen im Blick zu haben. Besonders die älteren unter uns leiden häufig nochmals mehr unter den gesundheitlichen Belastungen durch die Hitze - vor allem, wenn sie über einen längeren Zeitraum anhält, es somit eine richtige Hitzewelle von mindestens drei Tagen am Stück ist.

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Was macht denn die Belastung durch Ozon?

Hier gilt ebenso: Grenzwerte von 180 µm pro Kubikmeter Luft können teilweise überschritten werden. Damit ist in Bezug auf die Luftqualität ebenso die körperliche Zurückhaltung angesagt. Wer auf den Sport nicht verzichten möchte, der sollte das im Auge behalten und die Bewegung natürlich generell auf die kühleren Stunden des Tages in der Früh verlegen.

Quelle: ntv.de

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