Panorama

Nach Rassismus-Skandal Dolce & Gabbana sagen Shanghai-Show ab

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Stefano Gabbano und Domenico Dolce haben gerade eine Menge Ärger in China.

(Foto: imago/Independent Photo Agency)

In China sorgen rassistische Werbespots des Designerlabels Dolce & Gabbana für Ärger. Doch statt sich zu entschuldigen, soll sich ein Mitarbeiter nun auch noch abfällig über Chinesen geäußert haben. Die Mailänder dürfte das teuer zu stehen kommen.

Eine dreiteilige Webvideo-Serie von Dolce & Gabbana, die unter anderem auf Instagram zu sehen war, hat dem Designerlabel in China einen Shitstorm eingebracht. In den Clips versucht eine Chinesin unbeholfen, mit Stäbchen Pizza, Spaghetti und Cannelloni zu essen. Eine Männerstimme erklärt ihr aus dem Off auf Chinesisch, was sie zu tun hat. Immer wieder verspricht er sich, als Verweis darauf, wie schwer Chinesen oft das Englischlernen fällt.

*Datenschutz

Die Videos hat Dolce & Gabbana inzwischen zwar gelöscht, verschwunden sind sie aber noch nicht, wurden sie doch zuvor fleißig geteilt. Obendrein sollen kurz darauf auf den Kanälen des Unternehmens und seines Mitgründers Stefano Gabbana Posts zu sehen gewesen sein, in denen Chinesen weiter verhöhnt wurden - hochgeladen womöglich von einem Mitarbeiter des Modelabels. Auch die sind mittlerweile gelöscht.

Hacker am Werk?

Das Unternehmen behauptet, gehackt worden zu sein. Einen Beweis dafür liefert es allerdings nicht. Einen solchen Imageverlust ausgerechnet in China kann sich nicht einmal eine Luxusmarke wie Dolce & Gabbana leisten. Immerhin machen die Italiener dort den Großteil ihres Umsatzes, allein 2017 waren es rund 100 Millionen US-Dollar. Chinesische Online-Händler haben das Label inzwischen aus ihrem Sortiment genommen.

Auch wenn man seitens des Unternehmens anschließend beteuerte, "nichts als Respekt für China und die Chinesen übrig zu haben", für eine groß angekündigte und teuer inszenierte Modenschau in Shanghai kam das zu spät und war auch nicht genug. Dort sollten bei einer einstündigen Show 140 Models vor 1.400 Zuschauern mehr als 300 Outfits vorführen. Weil nach dem Skandal zahlreiche chinesische Promis ihr Fernbleiben ankündigten, sagten Dolce & Gabbana das Event kurzfristig selbst ab.

Quelle: n-tv.de, nan