Panorama

Inländisches Risikogebiet Dritter Berliner Bezirk ist Kiel zu riskant

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Die Simon-Dach-Straße in Friedrichshain ist eine berühmte Berliner Partymeile.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Berlin steigen die Infektionszahlen seit längerer Zeit stetig an. Mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg übersteigt nun ein dritter den kritischen Grenzwert. Schleswig-Holstein erklärt ihn deshalb als einen von sechs Kreisen zum Risikogebiet.

Schleswig-Holstein hat Friedrichshain-Kreuzberg als dritten Berliner Bezirk wegen der hohen Corona-Infektionszahlen als Risikogebiet im Inland ausgewiesen. Auch die Bezirke Berlin-Mitte und Berlin-Neukölln gelten im Norden weiter als Risikogebiet, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte. Für Urlauber aus diesen Bezirken oder schleswig-holsteinische Rückkehrer von dort hat das zur Folge, dass sie sich sofort 14 Tage in Quarantäne begeben oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen müssten.

Neben den drei Berliner Bezirken gelten im nördlichsten Bundesland auch die Städte Hamm und Remscheid - beide in Nordrhein-Westfalen - als Risikogebiete. Als Grundlage für die Einstufung als ein solches Gebiet dient die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Dieser Wert lag in Friedrichshain-Kreuzberg zuletzt bei 52,1, in Mitte bei 57,3 und in Neukölln bei 56,7. Für die Stadt Hamm lag der Wert am Sonntag laut Robert Koch-Institut bei 99,4, in Remscheid bei 58,6. Bereits seit Ende Juni weist das nördliche Bundesland auch Regionen innerhalb Deutschlands als Risikogebiete aus.

In Berlin springt die Warn-Ampel bereits ab einer Inzidenz von 30 auf Rot. Diese wird in der Hauptstadt seit vielen Tagen überschritten. Nach Angaben der Berliner Gesundheitsverwaltung lag sie am Samstag stadtübergreifend bei 37,8. Seit Samstag gelten vor diesem Hintergrund restriktive Obergrenzen für private Feiern sowie eine Maskenpflicht für Bürogebäude. Die beiden anderen Berliner Corona-Ampeln - die Reproduktionszahl R und die Belegung von Intensivbetten - befinden sich im grünen Bereich.

*Datenschutz

Als Hauptursache für den starken Anstieg der Corona-Infektionen in Berlin gelten den Behörden zufolge private Feiern und illegale Party, bei denen reichlich Alkohol fließt und Abstandsgebote missachtet werden. Auch Schutzmasken spielen oft keine Rolle. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hatte deshalb zuletzt ein ein Ausschank- und Verkaufsverbot für Alkohol von 23 bis 06 Uhr gefordert. Dieses müsse für Restaurants, Bars, Clubs und Spätverkaufsstellen gelten, sagte die SPD-Politikerin.

Quelle: ntv.de, chr/dpa