Panorama

Offenbarung in Zeitungsinterview EMA-Vertreter: Thrombose hängt mit Astrazeneca zusammen

2021-03-09T141409Z_403029516_RC2Q7M90OJ6K_RTRMADP_3_HEALTH-CORONAVIRUS-RUSSIA-EMA.JPG

Eine Stellungnahme der EMA könnte noch heute folgen.

(Foto: REUTERS)

Nun also doch: Die EMA glaubt inzwischen auch an einen Zusammenhang zwischen Thrombose-Fällen und einer Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca. Das sagt zumindest der Chef der Impfabteilung der europäischen Behörde. Ein offizielles Statement steht noch aus.

Ein hochrangiger Vertreter der EU-Arzneimittelbehörde EMA hat eine Verbindung zwischen der Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin und dem Auftreten von Blutgerinnseln bei einzelnen Geimpften gezogen. "Meiner Meinung nach können wir mittlerweile sagen, dass es klar ist, dass es einen Zusammenhang mit dem Impfstoff gibt", sagte der Chef der EMA-Impfabteilung, Marco Cavaleri, mit Blick auf die Thrombosen in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Il Messaggero".

Cavaleri legte in dem Interview nahe, dass die EMA den Zusammenhang noch im Laufe des Tages offiziell feststellen wird. Wie das Astrazeneca-Vakzin in wenigen Fällen Blutgerinnsel bei Geimpften auslöst, ist nach seinen Angaben jedoch noch nicht klar. Bislang hat die EMA den Astrazeneca-Impfstoff als sicher empfohlen und wie der britisch-schwedische Hersteller hervorgehoben, dass es keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen der Impfung und den Blutgerinnseln gebe.

Mehrere EU-Länder, darunter Deutschland, schränkten den Einsatz des Vakzins jedoch ein. In Deutschland sollen Menschen unter 60 Jahren nicht mehr mit Astrazeneca geimpft werden. Die deutschen Behörden hatten ihre Entscheidung mit dem Auftreten von Hirnvenen-Thrombosen insbesondere bei jüngeren Frauen in zeitlichem Zusammenhang zu der Impfung begründet.

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hatte am Samstag erklärt, nach landesweit mehr als 18 Millionen Astrazeneca-Impfungen seien in Großbritannien bislang 30 Thrombose-Fälle bei Geimpften aufgetreten. Sieben der Betroffenen seien gestorben.

Mehr zum Thema

Die EMA hat ihre Bewertung von möglichen schweren Nebenwirkungen des Impfstoffes des Herstellers Astrazeneca noch nicht abgeschlossen. Die Überprüfung von neuen Hinweisen auf Blutgerinnsel durch den Sicherheitsausschuss laufe derzeit, sagte eine Sprecherin der EMA am Dienstag. Ein Ergebnis werde für Mittwoch oder Donnerstag erwartet.

Die EMA habe am 18. März ihre Einschätzung abgegeben, dass der Nutzen des Astrazeneca-Impfstoffs bei der Abwehr von Covid-19 höher sei als die Risiken von Nebenwirkungen. "Unsere Position hat sich nicht geändert", sagte Behördenchefin Cooke in der vergangenen Woche. Geimpften riet die EMA, auf die entfernte Möglichkeit der sehr seltenen Blutgerinnsel zu achten. Sollten sie entsprechende Symptome entwickeln, sollten sie sofort medizinischen Rat einholen, hieß es weiter.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.