Panorama

Wegen Sicherheitsbedenken Eli Lilly unterbricht Antikörper-Studie

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Eli Lilly hatte für den Einsatz des Antikörper-Cocktails gerade eine Sondergenehmigung beantragt.

(Foto: AP)

US-Präsident Trump preist Antikörpertherapien nach seiner schnellen Regeneration von Covid-19 als Wundermittel an. Doch massentauglich ist die experimentelle Behandlungsmethode noch nicht. Der US-Pharmakonzern Eli Lilly muss in der Erprobungsphase seines Mittels nun pausieren.

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat klinische Versuche mit einem experimentellen Antikörper-Cocktail gegen das Coronavirus vorübergehend auf Eis gelegt. Die Expertengruppe DSMB, die Regierungsbehörden berate, habe dies empfohlen, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Es gehe darum, "die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten, die an der Studie teilnehmen". Die dritte Phase der klinischen Tests mit dem Activ-3 genannten Mittel hatte im August an mehr als 50 Orten in den USA, in Dänemark und Singapur begonnen. Nach Bekanntwerden des Stopps gab die Lilly-Aktie um fast drei Prozent nach.

Bei den klinischen Tests wird Covid-19-Patienten ein Cocktail aus synthetischen Antikörpern gespritzt. Diese experimentelle Behandlungsmethode hat durch die Corona-Infektion von US-Präsident Donald Trump weltweit Bekanntheit erlangt: Trump war mit einem Antikörper-Cocktail des US-Pharmakonzerns Regeneron behandelt worden - und erklärte anschließend, er sei durch das Mittel "geheilt" worden.

Sowohl Eli Lilly als auch Regeneron hatten vergangene Woche bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Sondergenehmigung für einen Einsatz ihrer Antikörper-Mittel beantragt.

Pharmakonzerne weltweit arbeiten unter Hochdruck an der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen im Kampf gegen das Coronavirus. Dabei gibt es immer wieder auch Rückschläge. Erst am Montag hatte der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson bekannt gegeben, seine Tests eines potenziellen Impfstoffs nach der Erkrankung eines Probanden vorläufig ausgesetzt zu haben. In der Testpause wird den Angaben zufolge ein Komitee aus unabhängigen Experten die Ursachen des Krankheitsfalles untersuchen.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/rts