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Kommt der erste Schnee? Erste Winterluft zieht heran

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Fast kein Herbst: Nach dem langen Sommer kommt jetzt vielleicht der lange Winter.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem langen Sommer wird es nun langsam Winter - und auch der könnte lange dauern werden. Temperaturen, die bis auf minus vier Grad sinken, sorgen für gefühlten Dauerfrost. n-tv Meterologe Björn Alexander wirft einen Blick auf die kommenden Wochen.

n-tv.de: Aus der Wetterecke wird gemunkelt, dass der Winter kommt. Was ist dran?

Björn Alexander: Das Munkeln ist auf jeden Fall korrekt und könnte inzwischen schon fast in ein lautes Proklamieren übergehen. Denn die Unsicherheiten bei den Computerberechnungen werden immer geringer, sodass ein erster frühwinterlicher Einbruch ziemlich sicher ist.

Wie darf man sich das vorstellen und was erwartet uns?

Bis zum Ende der Woche gehen die Temperaturen jetzt schrittweise zurück. Am Wochenende gibt es nur noch vereinzelt zweistellige Tageshöchstwerte und nachts wird es immer häufiger frostig. Gleichzeitig wird der Ostwind stärker und sorgt gefühlt bereits an den freien Tagen für ein winterliches Gefühl auf der Haut. Spätestens am Montag dürfte dann die Vordergrenze der skandinavischen Kaltluft bei uns ankommen.

Was bedeutet das für die Temperaturen?

Nachts wird es verbreitet frostig kalt. Und auch tagsüber sind maximal noch minus 1 bis plus 7 Grad möglich. Dazu weht ein strammer Ostwind, der zudem auf die gefühlten Temperaturen drückt. Die sogenannte Windchill-Temperatur liegt kaum noch über 0 Grad.

Gefühlter Dauerforst? Das klingt nach unserem Super-Dauer-Sommer und dem goldenen November zuletzt irgendwie unglaubwürdig.

ntv-Meteorologe Björn Alexander

n-tv Meteorologe Björn Alexander sieht in den kommenden Tagen eine Art Frühwinter heranziehen.

(Foto: ntv)

Das mag sein. Es passt aber zu den außergewöhnlichen und sehr stationären Wetterlagen des Jahres 2018 bisher. Denn es ist mal wieder eine blockierende Wetterlage mit einem Hochdruckgebiet, das diesmal allerdings die kalte Frühwinterluft von Osten und Nordosten her zu uns führt. Gleichzeitig ist die Westströmung nach wie vor schwach, sodass mildere Luft vom Atlantik vorerst keine Chance hat. Und nebenbei: Diese Umstellung erinnert sowohl was den Zeitraum betrifft als auch von der Lage her etwas an den Wintereinbruch im Jahr 2010.

Was war denn da?

Damals fiel der Dezember vier Grad Celsius zu kalt aus, sodass es ein wahrer Schneemonat wurde mit einer deutschlandweiten weißen Weihnacht. Und auch das würde ja zu diesem verrückten Wetterjahr 2018 passen: Nach dem März-Winter ging es ja durchweg zu warm und sehr sonnig weiter, bevor es jetzt direkt zurück in den Winter gehen könnte. Die klassischen Übergangsjahreszeiten Frühling und Herbst sind hierbei allerdings irgendwie auf der Strecke geblieben.

Wie drastisch könnte der Wintereinbruch denn in Sachen Schnee werden? Lohnen sich Winterreifen?

Bei Schnee und Eis müssen wintertaugliche Reifen gefahren werden. Und weiße Überraschungen sind bis herunter ins Flachland nicht auszuschließen. Zu Beginn der kommenden Woche wird nämlich einerseits die kalte Luft aus nördlichen Breiten zu uns transportiert. Gleichzeitig könnte sich auch ein Kaltlufttropfen (ein Tief in der höheren Atmosphäre) aus nördlichen Breiten am Rande des Hochs zu uns verlagern. Damit wäre es nicht nur kalt. Es würde auch genügend Feuchtigkeit für Schneefälle zur Verfügung sehen. Die Unsicherheiten für dieses kleine Tief sind zwar noch sehr groß. Sollte es aber so kommen, dann dürfte es bis ganz runter schneien.

Wie nachhaltig ist dieser Wintervorstoß?

Ähnlich wie die anderen Hochdrucklagen der letzten Monate deutet sich auch bei der kommenden Situation ein großer Erhaltungswille an. Es könnte also wirklich eine dauerhafte winterliche Lage werden, die sich durchaus über die nächste Woche, vielleicht sogar Wochen hinaus halten könnte. Selbst ein langer und vielleicht sogar strenger Winter ist aus dieser Gemenge heraus vorstellbar.

Das hört sich so an, als sollte man das vor uns liegende Wochenende nochmals so richtig genießen. Wir sind die Details?

Der Samstag startet gerne mal mit leichtem Frost oder Bodenfrost. Später wird es aber verbreitet schön und nur gelegentlich halten sich - vor allem im Süden - Nebel oder Hochnebel zäher. Dazu bringen es die Temperaturen tagsüber auf 4 bis 9 Grad. Lediglich am Rhein und seinen Nebenflüssen werden es noch um die 10 oder 11 Grad. Wer allerdings am Samstagabend noch "auf die Rolle" will, der sollte sich für die Abendunternehmungen schon mal ganz gut einpacken. Die gefühlten Temperaturen bewegen sich abends nämlich häufig bei minus 4 bis plus 4 Grad. Das ist dann schon mal eher zapfig und nach den warmen Monaten, die wir hinter haben, für den ein oder anderen von uns sicherlich eine riesige Umstellung.

Und am Sonntag wird die Umstellung nochmals größer, oder?

Definitiv. Von Osten her gesellen sich zum weiter auflebenden Wind kompaktere Wolken mit dazu - vor allem im Norden und Osten. Sonst bleibt es häufiger noch freundlich. Dabei bringen es die Temperaturen höchstens noch auf 2 bis 10 Grad.

Wie verläuft der Wochenstart?

Morgens frostig kalt und tagsüber insgesamt weniger sonnig, denn die Wolken werden zahlreicher und können bevorzugt im Osten etwas Schnee oder Schneeregen bringen. Hierzu weht ein unangenehmer Ostwind, der kaum mehr als minus 1 bis plus 7 Grad zulässt. Am Dienstag wird es sogar nochmals kälter. Dann bringen es die Werte - nebst ein paar Schneeschauer im Süden - höchstens noch auf minus 2 bis plus 6 Grad.

Quelle: ntv.de

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