Panorama

Zwei Drittel des Landes weiß Es naht schon das nächste Winter-Tief

Wie auf Knopfdruck kommt mit dem Dezember auch wettertechnisch der Winter nach Deutschland: In der Nikolaus-Woche gibt es das nächste Tiefdruckgebiet, das auch Schnee über das Land bringt.

ntv: Erst Schnee, dann Sturm mit Tauwetter und jetzt ist es schon wieder kälter. Der Dezember 2021 mag wohl keine Langeweile, oder?

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Winterlandschaft im Taunus: Der Dezember beginnt vielerorts mit Schneewetter.

(Foto: imago images/Jan Eifert)

Björn Alexander: So sieht es aus. Und die Gemengelage verspricht auch in nächster Zeit einiges an Spannung für einen munteren Schlagabtausch. Bald schon naht nämlich das nächste Tief mit Schnee und Regen, bevor die Kaltluft abermals für winterliche Aussichten sorgen wird.

Woran liegt das?

Einerseits natürlich daran, dass die wettersteuernde Strömung die Tiefdruckgebiete in rasanter Abfolge zu uns schickt. Andererseits hat sich in Skandinavien der Winter derzeit schon ziemlich gut ausgebreitet. Zuletzt auch mal mit Tiefstwerten von minus 30 Grad und darunter. Und immer, wenn es im Norden Europas so kalt ist, dann haben es Schnee und Eis auch bei uns in Deutschland leichter. So wie es beispielsweise der Durchzug von Sturmtief "Daniel" am Mittwoch gezeigt hat.

Was war denn da?

Nachdem uns das Sturmfeld mit der milderen Luft aus Süden erreicht hat, folgte nachmittags und abends im Norden direkt die kalte Rückseite mit Winterluft aus Norden, was wiederum in Teilen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern für eine geschlossene Schneedecke gesorgt hat. Teilweise wurden in der Früh knapp zehn Zentimeter Neuschnee vermeldet.

Was passiert denn jetzt mit dem Schnee?

ntv-Meteorologe Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander

(Foto: ntv)

Das nächste Tief, das Deutschland zum Start ins Wochenende überquert, sorgt im Prinzip für eine ähnliche Szenerie. Also am Freitag - nach meist trockenem Start - von Westen später erst Schnee, dann vor allem im Flachland Regen und Tauwetter. Am Sonntag sinkt die Schneefallgrenze erneut bis ganz runter, sodass es durchaus winterlich in der kommenden Woche weitergeht.

Bleibt es danach winterlich oder geht die Achterbahnfahrt weiter?

Da gibt es noch unterschiedliche Ansätze. Grundsätzlich liegen aber die eher winterlichen Szenarien aktuell bei den Wettercomputern vorn. Und selbst eine geschlossene Schneedecke in großen Teilen Deutschlands ist bei den Prognosen mit im Rennen. So zeigt beispielsweise das Europäische Wettermodell in der ersten Wochenhälfte derzeit mehr als zwei Drittel Deutschlands schneebedeckt.

Frost und Glätte werden uns weiter beschäftigen?

Auf jeden Fall - sowohl im Vorfeld des Wochenendes und am zweiten Adventswochenende selber als auch nächste Woche. Im Bergland zieht nämlich erneut der Dauerfrost ein. Und nachts wird es überall frostig.

Wie kalt wird es denn nachts?

Nachdem die Nacht zum Sonntag sich frosttechnisch zurückhalten wird, geht es im Anschluss deutlich kälter weiter. Spätestens die Nacht zum Dienstag bringt überall Frost oder Bodenfrost und entsprechend Glätte. Am kältesten wird es dabei auf den Bergen im Süden. Zum Teil mit strengem Frost unter minus 10 Grad.

Minus 10 Grad hier, minus 30 Grad und weniger in Skandinavien. Der Winter scheint es wissen zu wollen.

Wobei das natürlich noch nicht die winterlichsten Regionen sind. Nochmals deutlich darunter liegen zum Beispiel die Tiefstwerte in Sibirien. In Jakutien in Ostsibirien wurde zum meteorologischen Winteranfang am 1. Dezember auch in bewohnten Gebieten erstmalig in dieser Saison die minus 50 Grad unterschritten.

Wo war das genau?

Das vielleicht bekanntere Oimjakon vermeldete zum Winterstart minus 53,1 Grad. Noch kälter war es in Deljankir mit minus 53,9 Grad. Susuman, eine Kleinstadt mit immerhin fast 6000 Einwohnern, verzeichnete einen Tiefstwert von minus 50 Grad.

Aus der eiskalten Weite Sibiriens zurück nach Deutschland. Wie sind die Aussichten am zweiten Adventswochenende im Detail?

Der Samstag bringt in den östlichen Mittelgebirgen sowie in Bayern erst Schneefall, später folgt Regen und am gefrorenen Boden besteht örtlich Glatteisgefahr. Sonst ist es wolkig, teilweise auch nass und mitunter windig bis stürmisch. Besonders im Norden sowie im Südwesten. Die besten Chancen, trocken durch den Start ins Wochenende zu kommen, hat der Osten. Dazu wird es vorübergehend milder mit 2 Grad auf den östlichen Mittelgebirgen und bis zu 10 Grad am Oberrhein.

Und am Sonntag?

Meldet sich oberhalb von rund 600 Metern der Dauerfrost zurück. Doch auch in den tieferen Lagen sind maximal nur noch 2 bis 6 Grad drin, was wiederum vermehrt mit Schneeregen- und Schneeschauern einhergeht.

Was bringt uns der Nikolaustag und die nächste Woche?

Am Montag könnte der Nikolaus da und dort wohl mit dem Schlitten angereist kommen. Denn auch wenn die Prognosen noch weit auseinandergehen, so sollte es mit den Temperaturen nochmals runtergehen. Dementsprechend liegt die Frostgrenze bei rund 400 bis 500 Metern. Und das Flachland bekommt ebenfalls nicht mehr als 3 oder 4 Grad. Zeit- und gebietsweise erwarten uns dabei neben freundlichen Abschnitten weitere Schneeschauer. Im Fokus tendenziell der Süden. Doch auch im übrigen Land sind bis einschließlich Mittwoch weiße Überraschungen nicht auszuschließen.

Quelle: ntv.de

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