Panorama

"Wir sind alle tief erschüttert" Freunde und Familie trauern um Tobias D.

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Im Echinger See findet ein Schwimmer den leblosen Körper des vermissten 25-Jährigen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Schock bei Angehörigen und Freunde sitzt tief. Nachdem Tobias D. tagelang verschwunden ist, wird seine Leiche im Echinger See gefunden. Die Polizei geht von einem Unglück aus.

Bis zuletzt hatten Angehörige und Helfer gehofft, Tobias D. noch lebend zu finden. Der 25-Jährige war nach dem "Brass Wiesn"-Festival in Eching bei München tagelang spurlos verschwunden. Dutzende Helfer vor Ort hatten sich an der Suche beteiligt, im Netz nahmen Hunderttausende Anteil - vergebens. Seit Mittwoch herrscht traurige Gewissheit: Tobias D. ist tot.

Seine Leiche wurde in dem nahegelegen Echinger See gefunden. Nach der Obduktion hätten sich weiterhin keine Hinweise auf eine mögliche Beteiligung Dritter an den Todesumständen ergeben, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Die Ermittler gehen von einem Unfall aus. Wie es dazu kam, ist allerdings bislang unklar.

Am Mittwochnachmittag wendete sich dann die Freundin des Verstorbenen auf ihrem Instagram-Profil an die Nutzer, die die Suche nach D. verfolgt und unterstützt hatten. Die junge Frau, eine Pharmaziestudentin namens Anna, schrieb dort: "In tiefer Trauer und mit großem Schmerz müssen wir euch mitteilen, dass Tobias viel zu früh von uns gegangen ist. Wir sind alle tief erschüttert und können es immer noch nicht fassen."

Im Namen der Hinterbliebenen des verstorbenen 25-Jährigen dankte sie den Rettungskräften, die seit Freitag mit einem Großaufgebot nach dem jungen Mann gesucht hatten. Auch an die freiwilligen Helfergruppen wandte sie sich: "Zudem danken wir allen freiwilligen Helfern, die uns bei der Suche nach Tobias unterstützt hatten."

Auch die kleine Gemeinde im Erdinger Moos nördlich von München, aus der D. stammt, trauert. Eichenried stehe unter Schock, berichtet eine RTL-Reporterin vor Ort. Vielen sei die Erschütterung anzusehen. Tobias sei freundlich und aufmerksam gewesen, allseits beliebt, so ein Anwohner. "Ganz schlimm", sagte ein anderer. "Jeder kennt jeden hier in der Ortschaft. Er war so ein netter, lebensfroher Mensch. Einfach unfassbar."

Steile Uferböschung am See

Am vergangenen Freitagabend hatten seine Freunde D. auf dem Festival aus den Augen verloren. Eine großangelegte Suchaktion blieb zunächst erfolglos. Dennoch herrschte lange noch Zuversicht. "Wir haben bis zum Dienstagabend wirklich ganz gezielt nach einer lebenden und möglicherweise hilflosen Person gesucht", schilderte ein Polizeisprecher.

Als die Hoffnung schwand, den 25-Jährigen noch lebendig zu finden, orderte die Polizei für Mittwoch Taucher und ein Boot mit Flächensonar. Doch zu deren Einsatz kam es nicht mehr, weil ein Schwimmer am Abend in der Mitte des kleinen Sees auf eine Leiche stieß, die er mithilfe zweier Frauen an Land brachte. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Da Aussehen, Kleidung und persönliche Gegenstände mit der Beschreibung übereinstimmten, ging die Polizei sehr schnell davon aus, dass es sich um den Vermissten handelt. Wie es zu dem Todesfall kam, müssen die Ermittler noch rekonstruieren. "Auf dem Festival waren rund 20.000 Leute", erläuterte der Polizeisprecher. Als die Veranstaltung wegen Unwetters gegen 23.00 Uhr geräumt worden sei, herrschte dichtes Gedränge.

"Der Ausgangsweg führt direkt am westlichen Ufer des Echinger Sees vorbei und ist nur durch eine steile Uferböschung davon getrennt. Es wäre schon denkbar, dass er da runtergefallen und in den See gefallen ist", schilderte der Sprecher. Wahrscheinlich habe die Leiche zunächst im Uferbereich am Grund gelegen, wo sie deshalb unentdeckt blieb, und sei dann aufgetrieben.

Quelle: ntv.de, hny

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