Panorama

Spekulationen über Anschlag Gestohlener Lkw kracht in acht Autos

An einer Ampel in Limburg fährt ein Lastwagen auf mehrere Autos auf. Mehrere Menschen werden dabei zum Teil sehr schwer verletzt. Die Hintergründe des Vorfalls sind unklar. Das sorgt für Spekulationen.

Mit einem gestohlenen schweren Lastwagen ist ein Mann am Montagabend in der Innenstadt von Limburg auf mehrere Autos aufgefahren und hat dabei neun Menschen verletzt. Den Lastwagen hatte der Mann laut Polizei offenbar kurz zuvor in unmittelbarer Nähe des Tatorts entwendet. Der Mann am Steuer des Lkw wurde festgenommen. Er hatte bei der Kollision an einer Ampelkreuzung selbst Verletzungen erlitten. Die Polizei ermittelt eigenen Angaben zufolge in alle Richtungen und warnte vor Spekulationen.

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Laut Polizei waren acht Fahrzeuge von dem Unfall betroffen.

(Foto: dpa)

Zur Frage von Medienvertretern, ob es sich um einen terroristischen Anschlag handeln könnte, sagte der LKA-Sprecher: "Wenn solche Ereignisse passieren, dann ist es Aufgabe der Polizei, natürlich in sämtliche Richtungen alle Möglichkeiten im Blick zu haben. Genau das machen wir. Und wir schließen momentan überhaupt nichts aus."

Der Lastwagen krachte ersten Erkenntnissen zufolge gegen 17.20 Uhr in acht Fahrzeuge und schob diese zusammen. Mehrere Menschen wurden dabei in ihren Fahrzeugen eingeklemmt, so die Polizei. Wenige Meter entfernt ist eine Ampelkreuzung, an der sich häufig die Autos stauen. Von hier ist es nicht weit zu den Auffahrten der Autobahn A3 oder auf die Bundesstraße 49 nach Gießen.

Die Ermittler gehen nach bisherigem Erkenntnisstand davon aus, dass der Fahrer des Lastwagens diesen zuvor gestohlen hat - in unmittelbarer Nähe des Unfallortes auf der Hauptverkehrsstraße. Details dazu wurden zunächst nicht genannt.

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Ob er die Autos vor ihm mit Absicht gerammt hat, wollte die Polizei zunächst nicht bestätigen. "Die Hintergründe, die Veranlassung, das ist alles Gegenstand der Ermittlungen", sagte ein LKA-Sprecher. Details zu dem Fahrer wollte die Polizei aus "ermittlungstaktischen Gründen" vorerst nicht veröffentlichen.

Spekulationen über den Hintergrund

Die "Frankfurter Neue Presse" zitierte den rechtmäßigen Fahrer des Lasters: "Mich hat ein Mann aus meinem Lkw gezerrt." Der Zeitung zufolge soll der Mann, der bei der Kollision am Steuer saß, von mehreren Passanten erstversorgt worden sein. "Dabei soll der Fahrer laut den Passanten mehrmals 'Allah' gesagt haben", wie ein Reporter des Blattes berichtete. Offiziell bestätigt ist das nicht: Die Polizei wollte dazu ebenfalls keine Angaben machen. Ein Sprecher der Behörden verwies darauf, dass alle Hinweise und Zeugenaussagen geprüft würden.

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Die Polizei warnte wiederholt vor Spekulationen über den Hintergrund des Vorfalls. "Wir geben heraus, was gesichert ist und nicht, was jemand gehört haben will", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen. Ermittler seien vor Ort. Zeitweise war unter anderem auch ein Hubschrauber über Limburg im Einsatz. "Es geht um Übersichtsaufnahmen und eine saubere Ermittlungsarbeit."

In den sozialen Medien rief die Polizei Westhessen dazu auf, keine Gerüchte zu verbreiten. "Trolle oder wilde Spekulationen braucht niemand", hieß es. Spekulationen seien "nicht hilfreich", twitterten die zuständigen Beamten des Polizeipräsidiums Westhessen. "Wir melden uns, sobald wir weitere gesicherte Informationen haben."

Die Behörden riefen die Öffentlichkeit zugleich zur Mithilfe auf: Konkrete Hinweise von Augenzeugen könnten die Arbeit der Ermittler vor Ort unterstützen. Die Polizei bat Zeugen, sich zu melden, wenn sie sachdienliche Hinweise machen können oder über Videos und Bilder verfügen, die mit den Geschehnissen im Zusammenhang stehen könnten.

Der Sprecher widersprach Spekulationen, es herrsche eine "Nachrichtensperre" der Behörden. "Gesicherte Erkenntnisse geben wir heraus." Dass der Fahrer festgenommen worden sei, bezeichnete er als normal. "Bei jedem Unfall mit so vielen Verletzten fährt ein Fahrer danach nicht einfach davon."

Quelle: n-tv.de, bad/mli/dpa