Panorama

Gefängnisausbruch in Frankreich Hubschrauber-Geisel erzählt von "Alptraum"

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Der entführte Hubschrauber wurde in Gonesse nördlich von Paris sicher gestellt.

(Foto: AP)

Um den Kriminellen Redoine Faïd aus dem Gefängnis zu befreien, kidnappen mehrere Komplizen einen Helikopter - und zwingen den Piloten, ihnen beim Ausbruchsversuch zu helfen. Nun berichtet der Mann von seiner Entführung. Und er sagt: "Ich hatte keine Wahl".

Nach dem spektakulären Gefängnisausbruch eines französischen Kriminellen mit einem Helikopter hat der als Geisel genommene Pilot von dem Drama erzählt. Die Komplizen des Häftlings Redoine Faïd hätten ihn mit Pistolengriffen geschlagen und seiner Familie gedroht, sagte Stéphane Buy dem Radiosender RTL. Bewaffnete hatten den Piloten am Sonntag in ihre Gewalt gebracht. Das Kommando drang mit dem Helikopter ins Gefängnis von Réau südöstlich von Paris ein und befreite Faïd.

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Frankreichs Polizei fahndet nach Redoine Faïd - bisher ohne Erfolg.

(Foto: AP)

Buy gab an, dass zwei Männer bei ihm einen Flug gebucht hatten. Sie seien vorher schon einmal mit ihm geflogen. "Für mich war das ein Vater, der seinem Sohn eine Freude machen wollte", sagte er. Doch schon am Flugplatz hätten sie ihn bedroht, damit er einen bestimmten Hubschrauber nimmt. "Sie haben mich genötigt und gewarnt, dass meine Familie in Gefahr sei", sagte der Fluglehrer mit brechender Stimme.

Bei einer ersten Zwischenlandung hätten die Männer ihn mit Waffen bedroht, geschlagen und in ihre Pläne eingeweiht. "Ich hatte keine Wahl." Bei einem zweiten Stopp seien weitere Personen dazugekommen und hätten offenbar Dinge in den Helikopter geladen. "Danach ist die Maschine nicht angesprungen und da wurde es zum Alptraum", erinnerte sich der Pilot. Die Männer hätten sich immer mehr aufgeregt, ihn immer heftiger geschlagen. Schließlich lief die Maschine wieder.

Faïd ist noch auf der Flucht

Die Geiselnehmer dirigierten ihn zum Gefängnis, wo er in einem Hof niedergehen sollte. Bei der anschließenden Flucht sei Faïd sehr ruhig gewesen. Das Kommando wies Buy demnach an, nahe einer Tankstelle nördlich von Paris zu landen. "Sie haben versucht, Feuer in der Kabine zu legen." Der mehrfach zu Freiheitsstrafen verurteilte Faïd hatte 2013 schon einmal mit einem spektakulären Gefängnisausbruch von sich reden gemacht.

Der 46-Jährige ist nach wie vor auf der Flucht. Die Polizei geht davon aus, dass vier bis fünf Komplizen an der Aktion beteiligt waren. Die Unterstützer seien aber noch nicht identifiziert, sagte Philippe Veroni von der Kriminalpolizei. Laut Regierung beteiligten sich seit dem Ausbruch rund 2900 Polizisten an der Fahndung. Veroni warnte, dass der Mann gefährlich sei - falls er gefunden werde, rechne die Polizei mit "einer gewissen Form des Widerstands". Faïd könne versuchen, sich ins Ausland abzusetzen.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

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