Panorama

Großbritannien vor Öffnungen Indische Mutante gefährdet Lockerungspläne

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Bislang sei der Fahrplan mit weiteren Öffnungsschritten am kommenden Montag nicht in Gefahr, sagte Johnson.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

In Großbritannien sollen sich die Menschen ab kommender Woche wieder in kleinen Gruppen treffen und ins Ausland reisen dürfen. Daran soll auch die schnelle Verbreitung der indischen Virusvariante nichts ändern. Doch die für Juni geplante komplette Aufhebung der Pandemie-Beschränkungen wackelt.

Die zunehmende Verbreitung der zuerst in Indien nachgewiesenen Variante des Coronavirus könnte in Großbritannien nach Angaben der Regierung die Pläne für eine komplette Aufhebung der Pandemie-Beschränkungen durchkreuzen. Man werde abwarten müssen, ob sich der Termin im Juni noch halten lasse, sagte Premierminister Boris Johnson. Die ab Montag geplanten, teilweisen Lockerungen dürften dagegen stattfinden. Man werde das Impfprogramm für über 50-Jährige forcieren.

Die Bundesregierung stufte angesichts der jüngsten Entwicklungen das Königreich wieder als Risikogebiet ein. Obwohl die Corona-Infektionsraten in Großbritannien bei unter 50 pro 100.000 Einwohnern in einem Zeitraum von sieben Tagen lägen, erfolge die Einstufung zum Risikogebiet "aufgrund des zumindest eingeschränkten Vorkommens der Varianten B.1.617.2 im Vereinigten Königreich", erklärte das Robert-Koch-Institut.

Die indische Corona-Variante ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen in mehr als 40 Ländern nachgewiesen worden. Mehr als 4500 analysierte Gensequenzen aus 44 Ländern seien B.1.617 zugeordnet worden, zudem lägen Meldungen über Nachweise aus fünf weiteren Ländern vor, teilte die Behörde zuletzt mit. Am Montag hatte die UN-Behörde die Variante als "besorgniserregend" eingestuft. Zuvor hatte die WHO nur zunächst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien erfasste Varianten so bezeichnet.

Das Königreich hat derweil eines der schnellsten Impfprogramme weltweit vorgelegt: Gegenwärtig haben fast 70 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Dosis erhalten, bei 36 Prozent ist die Impfung abgeschlossen.

Allerdings gaben die englischen Gesundheitsbehörden von Public Health England am Donnerstag die Zahl der nachgewiesenen B.1.627.2-Fälle mit 1313 an - mehr als doppelt so viele wie in der Vorwoche. Dabei sollen sich die Menschen in England eigentlich ab Montag wieder umarmen, in kleinen Gruppen treffen und ins Ausland reisen dürfen. Ein komplettes Ende aller Schutzmaßnahmen ist bislang für den 21. Juni geplant.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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