Panorama

"Wollten ihn mundtot machen" Iranischer Regimekritiker stirbt in Haft an Covid

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Baktash Abtin war hochrangiges Mitglied des iranischen Schriftstellerverbands CNI. (Foto: Screenshot Youtube)

Baktash Abtin gilt als einer der schärfsten Kritiker des iranischen Regimes. Wegen angeblicher Propaganda muss der Dichter ins Gefängnis. Dort stirbt er infolge einer Corona-Erkrankung. Berichten zufolge soll er zu spät behandelt worden sein. Menschenrechtlicher machen die Regierung verantwortlich.

Der iranische Dichter und Regimekritiker Baktash Abtin ist in einem Gefängnis in Teheran an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ilna und des iranischen Schriftstellerverbands CNI starb der 47-jährige Abtin im berüchtigten Ewin-Gefängnis im Norden der Hauptstadt. Wegen der akuten Corona-Erkrankung war Abtin schon seit einigen Tagen im Koma, so CNI auf seiner Instagram-Seite.

Als hochrangiges Mitglied des CNI galt Abtin seit Jahren als einer der schärfsten Kritiker des islamischen Regimes. Im September vergangenen Jahres wurde er wegen angeblicher Propaganda gegen das Regime verhaftet. Seitdem saß er im Ewin-Gefängnis.

Berichten zufolge soll seine Corona-Infektion zu spät behandelt worden sein und zu seinem Tod geführt haben. Die Gefängnisbehörde wies die Kritik vehement zurück. Bei Abtin sei bereits Anfang Dezember ein Corona-Test durchgeführt worden, der negativ ausgefallen sei, teilte die Behörde laut Nachrichtenportal Misan mit. Trotzdem sei er zunächst in ein staatliches Krankenhaus und später, auf Wunsch seiner Familie, in eine Privatklinik verlegt worden. Abtin sei daher rechtzeitig medizinisch versorgt worden und in einer Privatklinik - und nicht im Gefängnis - gestorben, hieß es weiter.

Opposition fordert Prüfung des Falles

Kritiker und sogar die politische Opposition im Land zweifeln jedoch an den Angaben. Asar Mansuri, Generalsekretärin der reformorientierten Partei Ettehad Mellat (Volksunion), forderte den Justizchef auf, den Fall nochmal akribisch überprüfen zu lassen. "Sie sollten sich nicht auf die Angaben der Gefängnisbehörde verlassen, sondern Abtins Anwalt, Familienangehörige und auch Ärzte nochmal befragen", appellierte Mansuri an Justizchef Gholamhussein Mohseni Edzehi. Erst dann könnte die Justiz weitere dubiose Todesfälle in den Gefängnissen verhindern.

"Reporter ohne Grenzen macht die Behörden des Regimes für seinen Tod verantwortlich", erklärte die in Paris ansässige Journalistenorganisation. Sie veröffentlichte zugleich ein Foto, das Abtin in Gefangenenkleidung in einem Krankenhausbett zeigt, mit dem Bein ist er ans Bett gefesselt. "Baktasch Abtin ist tot, weil die iranische Regierung ihn im Gefängnis mundtot machen wollte", erklärte auch das in den USA ansässige Zentrum für Menschenrechte im Iran.

Quelle: ntv.de, chf/dpa/AFP

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