Panorama

Mehr als 21 Millionen Menschen Jeder Vierte hat Migrationshintergrund

Mehr als die Hälfte der Menschen mit sogenannten Migrationshintergrund sind deutsche Staatsbürger.

Mehr als die Hälfte der Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund sind deutsche Staatsbürger.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Deutschland ist divers: Mehr als 21 Millionen Menschen im Land wurden mit ausländischem Pass geboren - oder mindestens ein Elternteil hat eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die meisten Menschen mit Migrationshintergrund sind Deutsche. Sie wohnen zudem zumeist in den alten Bundesländern.

In Deutschland hat mehr als jeder vierte Einwohner einen sogenannten Migrationshintergrund. Die Zahl stieg im vergangenen Jahr auf 21,2 Millionen Menschen und damit auf 26 Prozent der Bevölkerung, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr lag demnach mit 2,1 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit dem Jahr 2011.

Mit rund elf Millionen waren 2019 etwas mehr als die Hälfte der Menschen mit Migrationshintergrund, also gut 52 Prozent, Deutsche. Etwas weniger als die Hälfte hatte keinen deutschen Pass - also 10,1 Millionen Menschen. Von ihnen ist die überwiegende Mehrheit von 85 Prozent selbst zugewandert. Unter den Deutschen mit Migrationshintergrund waren dies 46 Prozent.

Knapp zwei Drittel der Menschen mit Migrationshintergrund sind aus einem anderen europäischen Land Eingewanderte und deren Nachkommen. Dies entspricht etwa 13,8 Millionen Menschen oder 65 Prozent.

Mehr als die Hälfte seit Geburt mit deutschem Pass

Etwas mehr als die Hälfte der 11,1 Millionen Deutschen mit Migrationshintergrund besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit seit Geburt. Sie haben einen Migrationshintergrund, weil mindestens ein Elternteil ausländisch, eingebürgert, deutsch durch Adoption oder (Spät-)Aussiedler ist. Ein Migrationshintergrund liegt nach der Definition des Bundesamts vor, wenn man selbst nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde oder wenn dies bei mindestens einem Elternteil der Fall ist.

Unter den Bundesländern gibt es nach Angaben des Bundesamts weiterhin ein deutliches West-Ost-Gefälle: Bremen hatte 2019 den größten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund mit 36,5 Prozent, es folgten Hessen mit 34,4 und Hamburg mit 33,9 Prozent. Den niedrigsten Anteil hatten Thüringen (7,8 Prozent), Sachsen-Anhalt (8,0 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (8,1 Prozent).

Das Bundesamt legte zudem Zahlen zu den Berufen vor, in denen besonders viele Menschen mit Migrationshintergrund tätig sind: In Reinigungsberufen stellten sie 55 Prozent der Beschäftigten. In der Altenpflege hatten vergangenes Jahr 30 Prozent der Beschäftigten einen Migrationshintergrund, im Verkauf von Lebensmitteln waren es 28 Prozent. Unterrepräsentiert war die Gruppe dagegen in medizinischen Gesundheitsberufen (21 Prozent), in der Lehrtätigkeit an allgemeinbildenden Schulen (11 Prozent), im Polizeivollzugs- und Kriminaldienst sowie im Gerichts- und Justizvollzug (7 Prozent).

Quelle: ntv.de, cbr/dpa