Panorama

"Kleine Delle beim Impftempo" Lauterbach: Bleiben nicht auf Astrazeneca sitzen

Während Gesundheitsminister Spahn im Impfstopp für Astrazeneca einen Rückschlag sieht, erwartet Gesundheitsexperte Lauterbach weniger weitreichende Folgen. Nach der Verwirrung werde die Impfkampagne wieder an Fahrt aufnehmen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass die Entscheidung zur Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen bei unter 60-Jährigen kaum Auswirkungen auf die Impfkampagne in Deutschland haben wird. "Wir werden nach einer kurzen Delle das Impftempo wieder aufnehmen können", sagte Lauterbach bei ntv.

Die Verwirrung um das Astrazeneca-Vakzin könne er verstehen. "Wir haben jetzt insgesamt nicht weniger Impfstoff, sondern nur eine andere Nutzung der Impfstoffe", so Lauterbach. Er glaube zudem, dass die Menschen sehr schnell wieder diesen Astrazeneca-Impfstoff nehmen würden. Die Bereitschaft bei Älteren sei da.

Generell überwiege bei über 60-Jährigen der Nutzen über möglichen Risiken. Bei Älteren habe sich gezeigt, dass der Impfstoff sicher sei - "sogar sicherer als der von Biontech", sagte Lauterbach. Das Problem beschränke sich auf die Jüngeren und da solle das Astrazeneca-Mittel nicht mehr eingesetzt werden. Die Entscheidung der Bundesregierung sei richtig gewesen. Man müsse auf die neuen Daten reagieren. "Wir sehen jetzt vielmehr Komplikationen, als vor Monaten zu erwarten waren." Es mache Sinn, dass man jetzt bei jüngeren Menschen vermehrt den Biontech-Impfstoff einsetze, sagte der SPD-Politker.

Bund und Länder waren am Dienstag der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gefolgt, das Präparat von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren einzusetzen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen. Erst Mitte März waren Astrazeneca-Impfungen nach einer einige Tage langen Impfpause und neuen Überprüfungen wieder angelaufen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte den Impfstopp "ohne Frage" als einen "Rückschlag" bezeichnet. "Uns ist bewusst, was eine solche Entscheidung bedeutet", sagte Spahn. Allerdings könnten nun die über 60-Jährigen schneller geimpft und die 60- bis 69-Jährigen in die Kampagne einbezogen werden.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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